Tuesday, November 2, 2010

Backstube: Ölgugelhupf!

Um gleich mal ein paar Missverständnisse vorwegzunehmen, das was man in Österreich gemeinhin als Gugelhupf bezeichnet, mag vielleicht nicht allen Deutschen geläufig sein. Soweit ich weiß, nennt man diese Art vorn Kuchen in manchen Gebieten Deutschlands Napfkuchen. Das englische Wort dafür ist "Spongecake" falls euch das mehr sagt :)


unscharfer Gugelhupf ist unscharf D:


Der Gugelhupf ist die klassische Nachmittags-zum-Kaffee-Süßspeise, und eignet sich wunderbar als Mitbringsel wenn man wo eingeladen ist. Das Grundrezept kann man nach Geschmack auf vielfältige Art varrieren, weswegen ich den Kuchen sehr gerne mache :)

Der "normale" Gugelhupf wird normalerweise wie die meisten anderen Kuchenteige mit Butter gemacht.
Ich hab aber eine Version wo stattdessen Öl verwendet wird. Das hat den Vorteil dass der Teig "fluffiger" ist und wesentlich weicher. Außen wird er "knusprig" und unten, wenn man alles richtig macht, eventuell ein wenig "speckig" worauf einige Leute ja ganz besonder stehen :)
Des weiteren wäre er wohl auch für Menschen mit Laktoseintoleranz geeignet.

Wenn diese Köstlichkeit euer Interesse gweckt hat, findet ihr hier ein Basis-Ölgugelhupf-Rezept zum nachbacken :)

Zutaten:
100g Wasser
100g Öl
4 Eier
200g Zucker, 1 Pkg Vanillezucker
250g Mehl, 1/2 Pkg Backpulver
und eine Prise Salz :)

Außerdem benötigt ihr einen Mixer oder Schneebesen, zwei separate Schüsseln und eine Kuchenform. Die Klassische Gugelhupfform ist nicht unbedingt nöig, aber jegliche Art der ringförmigen Kuchenform (zB eine Kranzform) macht sich am Besten.

Eine kurze Erklärung zur Zutatenliste:


Packungsgröße bei Backpulver und Vanillezucker bezieht sich auf diese Päckchen hier:
Da sind glaub ich rund 10g drin, aber auf Backpulver steht, egal von welcher Marke es ist, im Idealfall drauf auf wieviel Mehl man wieviel Gramm verwenden sollte.

Das Wasser und das Öl müssen abgewogen werden, dazu stellt ihr am besten irgendein Gefäß auf die normale Küchenwaage (tarieren nicht vergessen ^^). Der Clou an der Sache ist nämlich, dass 100g Wasser zwar ca 100ml entsprechen, aber 100g Öl sind mehr als 100ml.

  

Während ihr die Zutaten herrichtet und verarbeitet, könnt ihr schon mal das Backrohr vorheizen, und auf etwa 200°C. Währenddessen stellt die Kuchenform, mit etwas Butter darin, ins Backrohr. Die Butter schmilzt dann schön und ihr könnt dir Form nachher schön einfetten :)

 
Kuchenform in der Sauna :D

Nächster Schritt, wenn ihr alles vorbereitet habt: Kuchenform wieder herausnehmen (vorsicht, heiß ^^) und mit einem Pinsel (oder sonstwas geeignetem) die Butter schön in der Form verteilen. Wichtig ist dabei, dass ihr nicht das "Innere" vergesst. Dort bleibt der Kuchen am liebsten kleben.
Überschüssige Butter einfach wegleeren, nun wir die Form innen "ausgebröselt". Dazu nehmt ihr Semmelbrösel. fragt mich jetzt um himmelswillen nicht wie die auf "deutsch" heißen XD Also Semmel sind die weißen, runden Brötchen. Von denen gibt es Würfel, aus denen man ja zB Knödel zum Braten oÄ macht, und Brösel :) Auch Biskuitbrösel sollten den Zweck erfüllen. Semmelbrösel erzeugen eine knusprige "Kruste" an der Oberseite des Gugelhupfs, wenn ihr ihn allerdings später glacieren wollte, zB mit Schokolade, dann würde ich euch empfehlen eher Mehl zu verwenden, da die Oberfläche dann glatter ist und die Glasur auch ebenmäßiger wird.


Die Brösel leert ihr in die Form, am besten direkt über das Teil in der Mitte, und schüttelt die Form bis die Brösel überall an den Rändern kleben. Abschließend einmal dagegenklopfen und die Überschüssigen Brösel wegleeren. (Zurück in die Packung leeren empfiehlt sich nicht unbedingt, da die Brösel evtl in Kontakt mit der Butter waren und "ranzig" werden könnten).

Nächster Schritt: Schnee schlagen.
Bei diesem Rezept gilt es zu beachhten, dass man die Eier trennen muss, also Dotter von Eiklar. Das erfordert ein bisschen Übung, damit es flott vonstatten geht, aber wenn man vorsichtig ist und den Dotter nicht verletzt kann eigentlich nichts passieren. Lieber ein bisschen Eiklar am Dotter lassen, als den Dotter zerstören und das Eiklar "kontaminieren"!! (Laborpraktika hinterlassen Spuren in meinem aktiven Wortschatz... um nicht zu sagen, sie kontaminieren ihn!! XD) Dieses muss nämlich rein bleiben, da es sonst beim schlagen nicht steif wird. Also kleine Dottertropfen mit einem Stück Küchenpapier oder einem Löffel versuchen, wieder rauszufischen.
Der Trick ist, bei solchen Rezepten immer den Schnee als erstes zu schlagen, auch wenn es in umgekehrter Reihenfolge im Rezept seht, und dann erst den Dotter und den Rest zu verarbeiten. Dann erspart man sich einmal die Rührstäbe des Mixers zu waschen :)
Und wenn man alles vorher vorbereitet sollte man auch bei der Verarbeitung nicht so lange brauchen, dass der Schnee inzwischen wieder zusammenfällt. ^^
Ein kleiner Trick zum Schnee schlagen: eine Prise Salz dazu. Dann bleibt er angeblich "steifer" *lol*
Oh, und ob er steif genug ist, könnt ihr entweder dadurch testen indem ihr das Gefäß kippt (wenn er drin bleibt und sich nicht bewegt, passt's) oder indem ihr den Mixer aus dem Schnee zieht und einfach schaut, ob dier Schnee an den Stellen aufrecht "stehenbleibt".
(dieser Text ist überhaupt nicht voll von zweideutigen Wörtern!! Waaaahhh! @_@ Ich bin sogar schon zu verdorben um ein einfaches Backrezept zu beschreiben XDDDD)

Hier sieht man nun im Hintergrund den geschlagenen Schnee. Und im Vordergrund meinen antiken Mixer :'D

Weiter geht's mit dem Dotter. Dieser wird zusammen mit dem Wasser, Öl, Zucker und Vanillezucker "schaumig gerührt". Achtung, das spritzt wirklich fürchterlich wenn man es mit dem Mixer macht XD
Schließlich kommt noch das Mehl (inklusive Backpulver) dazu, und das ganze wird gut durchgemixt.

Und nun kommt der glorreiche Moment, wo bei mir immer dieses großartige Werkzeug zum Einsatz kommt:

Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie man das Ding nennt. Teigspatel vielleicht?

Dieses tolle Untensil ist nämlich nahezu unabdingbar, wenn man einen fluffigen und lockeren Teig hinbekommen will.
Denn wenn es eine "Todsünde" beim backen gibt, dann ist es, Schnee unterzumixen! Dabei geht nämlich die ganze Fluffigkeit und Leichtigkeit die man vorher mühsam er-schlagen hat, verloren und der Teig wird später nicht so... fluffig eben XD
Also, lieber einen Teigspatel nehmen (oder falls keiner zur Hand ist auch einfach einen großen Löffel) und den Schnee unterheben.


Vorsichtig Schnee unterheben und alles gut vermischen....


...dann bekommt man eine Unmenge an fluffigem, leckerem Teig!

Wenn man mal darauf achtet merkt man wirklich einen Unterschied in der Menge, also dem Volumen, zwischen einem Teig, wo der Schnee untergehoben wurde, und einem Teig der totgemixt wurde. Auch wenn man den Teig kostet ist die Konsistenz viel "fluffiger" (<----irgendwie verwende ich dieses Wort zu oft XD)

Nun kommt der Punkt, an dem der Teig eigentlich schon fertig ist, und bereit um in die Form gegossen und gebacken zu werden.*

Bei 180-200°C Heißluft braucht er ca 45 Minuten; kommt aber auf euren Backofen an! Am besten ihr besorgt euch eine Kuchennadel, oder nehmt eine dünne Stricknadel, und stecht den Kuchen nach rund 35 Minuten einmal an. Wenn noch feuchter Teig an der Nadel zurückbleibt, wenn ihr sie wieder herauszieht, dann ist er noch nicht durch, checkt von da an immer wieder, ob er innen schon ganz fest ist! Wenn wirklich nichts mehr an der Nadel zurückbleibt, ist der Kuchen fertig, ihr könnt ihn aus dem Ofen nehmen und auf einen Teller stürtzen.
Falls er sich nicht gleich löst, nehmt ein Buttermesser und schiebt es vorsichtig zwischen Kuchen und Form, eigentlich sollte er sich aber von alleine oder mit ein bisschen Schütteln ganz gut lösen :)

Pro-Tipp: Wenn ihr ihn anzuckert, solange er noch heiß ist, karamelisiert der Zucker ein wenig! Außerdem bröselt er nicht gleich wieder ab was den Kuchen so auch im angezuckerten Zustand transportfähig macht.




*Das ist natürlich noch lange nicht alles!

Das schöne am Gugelhupf ist, dass er auf die unterschiedlichsten Arten je nach Geschmack varriert werden kann!


Zum Beispiel die klassische Variante, mit Rosinen.
Wer Rosinen nicht mag, kann es ja mal mit Cranberries versuchen :)
Oder feine Schokostreusel in den Teig mischen - das ergibt dann einen "Ameisenkuchen".

Ihr könnt den fertigen Teig auch in zwei Hälften teilen und in die eine Hälfte Kakao mischen. Ich bevorzuge Ovomaltine, da sie süßer schmeckt und "malzig" (Ovomaltine is ♥). Davon etwa 3 Esslöffel in die eine Teighälfte mischen, und die beiden Hälften dann abwechselnd, sozusagen "schichtweise" in die Form leeren.... ergibt einen schönen Marmorkuchen :)

Der Beispielkuchen aus diesem Post wurde auch ein Marmorkuchen :)

Wie weiter oben schon erwähnt, könnt ihr den Kuchen auch nach Wunsch glacieren.
Wenn ihr zB ein bisschen Zitronensaft in den Teig mischt, und ihn anschließend mit Zucker-Zitronen-Glasur übergießt, ist es ein erfrischend-fruchtiger und leichter Kuchen für den Sommer.
Oder ihr glasiert ihn mit Schokolade und bestreut ihn mit gerösteten Mandeln! Die süßere Variante für den Herbst oder Winter.

Das Rezept lässt sehr viel Spielraum für weiteres Verfeinern, und soll als Basis für euren persönlichen Geschmack und eure Kreativität dienen.
Ich hoffe dass euch der Kuchen, wenn ihr in ausprobiert, gut schmeckt! Wenn ihr nach dem Rezept backt, würde es mich freuen von euren Resultaten zu hören.


So, ich geh jetzt duschen & Full Metal Alchemist weiterschaun. Ich wünsch euch einen schönen Start in die Woche! :D

P.S.: Mein Chibi-Gewinnspiel geht noch bis 4. November! Schaut mal vorbei wenn ihr interesse an einem von mir gezeichneten Chibi-Avatr hättet ^.~

9 comments:

  1. Ich antwort Dir mal hier.. :) Also.. Ich wohne noch bei Mutti zu Hause. Mit 19 darf man das auch noch. :P Das ist mein Zimmer und Mutti und ich teilen und ein gemeinsames Wohnzimmer. Das hat ca. 23 qm². So wie es ist kommen wir eigentlich ganz gut aus. In meinem Zimmer bin ich eigentlich nur, wenn ich meine Ruhe haben mag oder zum schlafen. Ansonsten ist das Wohnzimmer der Lebensmittelpunkt. :) Mein kleines Zimmer misst gerade mal 7,9 qm².. Klein aber fein. Mit dem richtigen Tüffteln passt alles rein was man braucht. Großer Eckkleiderschrank, Schreibtisch, Schminktisch, Bücherwand, Kommode, Bett.. Mehr braucht der Mensch ja nicht. Achja doch.. Aber Platz zum Bewegen ist ja noch. xD

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  2. Ich schon wieder.. :P Also unsere Hauswirtschaftslehrerin hat uns damals immer gesagt: "Zwiebeln immer zum Schluss mit anbraten, sonst werden sie schwarz!" Hört sich ja auch irgendwie logisch an.. Oo Fleisch braucht ja länger zum durchbraten, bzw. anbräunen als solche kleinen, feinen Zwiebelwürfel.. Wenn ich die Zwiebelwürfel zuerst in die Pfanne hau, anbrate und hinterher erst das Fleisch oder die Kartoffeln oder sonstewas, ist von den Zwiebeln ja nicht mehr viel über. o.O Keine Ahnung warum die eine Hü und die andere Hott sagt, aber ich kenne es so wie oben beschrieben. :)

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  3. meine Mama backt den nach fast genau deinem rezept - allerdinsg macht sie immer noch nen Schuss Eierlikör mit daran - das schmeckt so himmlisch! <3

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  4. Mein Kuchen! *-*
    Wird die Woche mal ausprobiert.. :D

    Den Teigspatel habe ich auch.. ^^ aber in grün!

    Hungrige Grüße ;)

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  5. mit öl kenn ich das gar nicht=DD

    muss ich sobald wie möglich ausprobieren=DD

    danke für den tollen post

    http://charlyswonderland.blogspot.com/

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  6. Gugelhupf kenne ich, anders nciht ^^

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  7. Wie genau schmeckt denn so ein Gugelhupf? Irgendwie stell ich mir gerade eine Mischung aus Marmorkuchen und Griesbrei vor XD

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  8. Ich nochmal. Geschenk für dich bei mir ;)

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  9. Huhu :) (das passt ja jetzt super zum Guglhupf... XD)
    Danke, ich hoffe, ich kann deinen Ansprüchen gerecht werden. ;) Ja, Schweinehaut ist ja generell die der Menschen ähnlich und dann muss man die vorher auch richtig eklich schön rasieren. ^^ Zumal mich jeder Metzger blöd angeguckt hat, als ich gesagt hab, für was ich die brauch (normalerweise holt man die für Hunde) - und Samstag morgens den Kühlschrank aufmachen und zuerst ne Tüte voll Schweineohren zu sehen ist auch Gewöhnungssache. *lach*

    Nein, nur das letzte ist tatsächlich von mir - die ersten zwei sollen zeigen, was es bei mir nicht gibt - sind gegoogelt. ;)
    Jaa, wer kennt die guten Vorsätze nicht. *lol* Zumal gerade auch alle irgendwie übern halbes Jahr ausgebucht sind. In welcher Richtung wohnst du denn? Und hast du denn schon eins?
    Joaa, Conventions sind immer üüüübelst - da hat man noch mehr Lust. ^^ Schröcklich.
    Schönen Tag dir *__*

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