Tuesday, December 14, 2010

Weihnachtsbackstube Teil 2: Mürbteigkekse

Heute geht es weiter mit Teil 2 der Weihnachtsbackstube :D Und zwar mit einem Beitrag der vor lauter sinnloser Bilder geradezu übergeht!

Wer sich gefragt hat was wir mit dem Zucker, den wir gestern von den Vanillekipferln über hatten, bloß machen sollen, dem wird hier Abhilfe geschaffen.

Denn heute geht es um:
Mürbteigkekse!


Besonders beliebt ist diese Kekssorte in meiner Verwandschaft in Form der sogenannten "Zampickten" (zu Hochdeutsch: "Zusammengeklebten"), siehe Foto. Dabei werden zwei Kekse mit Marmelade (aka Konfitüre, ich glaube manch einer sagt auch "Gsälz" dazu :D ) zusammengeklebt, und dann in in Zucker gewälzt. Hier gilt wie bei den Vanillekipferln die Empfehlung, die Dose für solche Kekse vorher mit Alufolie auszulegen!

Aber zunächst einmal zum Teig. Wieder ein Mürbteig, also wieder viel Mehl und Butter, aber in etwas anderen Mengenverhältnissen:

500g Mehl
140g Zucker
240g Butter
1 Ei

Das ganze in einer knet-geeigneten Schüssel zusammenmischen, und zwar zuerst Zucker und Butter ein bisschen mischen, und dann die (weiche) Butter darunter und das Ei dazu.
Wenn die Butter noch nich richtig weich ist, hilft es manchmal, sie mit einem Buttermesser in kleine Stücke zu zerteilen, die sich dann leichter unterkneten lassen.


Und dann gehts auch schon ran ans kenten! Übrigens bin ich ein großer Befürworter des händischen Knetens, bleibt mir bloß weg mit Mix- und Rührmaschinen! Gerade bei Mürbteigen würde ich niemals auf so ein Gerät zuückgreifen, weil ich der Meinung bin dass sich die Butter durch die wärme der Hände besser mit dem Rest verbindet (das mag Einbildung sein, aber ich halte trotzdem daran fest! XD) Die einzigen Kekse für die ich nen Mixer verwende, sind American Cookies, aber dazu kommen wir noch :)

 *kneti knet* Übrigens hilft es, die Hände vorher einzumehlen, dann bleibt der Teig nicht soo sehr kleben.

Auch dieser Teig muss glatt geknetet werden, also schön brav weiterkneten bis er auch nicht mehr bröselt ^^ Wenn man die doppelte Menge Teig macht, wird sowas schnell zum Workout! XD

Natürlich muss er auch wieder im Kühlschrank ruhen, und zwar ca. eine Stunde. Die Butter wird dabei wieder hart, was hier insbesondere deswegen wichtig ist, weil warmer Mürbteig einfach super mühselig zum ausrollen & ausstechen ist :(

Ein Leben am Limit: Ich esse auch rohen Keksteig!

Damit geht es dann auch mit dem wohl beliebtesten Teil weiter: ausrollen und ausstechen! (im österreichischen wird das hölzerne Ding da übrigens als Nudelwalker bezeichnet, wir sagen gelegentlich auch "auswalken" statt "ausrollen" ^^)
Dabei ist es wichtig dass der Teig kalt, also frisch aus dem Kühlschrank ist, und dass die Arbeitsfläche und das Nudelholz wirklich gut "eingemehlt" sind! Sonst bleibt der Teig nämlich überall kleben, was schnell frustrierend sein kann :(


Für die eingangs erwähnten "Zampickten" nehm ich gerne diese Förmchen mit den gewellten Rändern, das hat eig. keinen bestimmten Grund, außer dass sie an das klassische Linzer Auge erinnern. Außerdem bleibt an den welligen Rändern mehr Zucker hängen *_*
Wenn man den Teig übrigens sehr dünn ausrollt (wenige mm), dann schmecken die Kekse später ein wenig nach karamellisiertem Zucker :)

Merke: so komplizierte Formen wie der hier zu sehende "Engel" brechen verflucht leicht ab. Deswegen gibts bei mir auch fast nur Herzen, Sterne und Tannenbäume XD


Bei dieser Dicke baucht der Teig bei ca 175°C Heißluft im Vorgeheizten Backrohr etwa 10min. Fertig ist der Teig jedenfalls, wenn er goldbraun gebacken ist. Ansonsten kommt es natürlich auch auf euren Backofen an.


Zum "zampicken" der Kekse gilt folgende Faustregel:

heiße Kekse -> kalte Marmelade! 

...denn nur so bleiben die beiden Kekse auch wirklich aneinander kleben! Sollten eure Kekse auskühlen während ihr noch am verarbeiten seid, erhitzt einfach ein wenig Marmelade in einem mikrowellengeeigneten Geschirr in der Mikrowelle, dann könnt ihr auch diese einfach zusammenkleben :) Aber achtung, heiße Marmelade ist verdammt flüssig und... verdammt heiß! XD

Zur Marmelade noch ein kleiner Tipp:
Marmelade, Konfitüre, da scheiden sich ja die Geister ob es nun das selbe ist oder wie Pflaume und Zwetschge eigentlich zwei unterschiedliche Dinge bezeichnet. In diesem Fall empfiehlt es sich jedenfalls, auf die fein passierte Variante des süßen Fruchtgelees zurückzugreifen, da sich riesige Fruchtstückchen zwischen zwei dünnen kleinen Keksis meist nicht sooo gut machen XD
Am besten schmecken meiner Meinung nach Marillen- und Ribiselmarmelade.
Und jetzt nochmal auf Deutsch-Deutsch:
[...] Aprikosen- und (rote) Johannisbeerkonfitüre.

Nehmt mir das übrigens bitte nicht übel dass ich solche Begriffe immer doppelt erkläre XD Das ist nicht böse gemeint und ich will mich damit nicht über die deutsche oder österreichische Sprache lustig machen, ich will damit nur erreichen dass auch alle verstehen, was damit gemeint ist, egal  aus welchem Eck Deutschlands oder Österreichs sie kommen ^^"

Dieses Keks-Kunstwerk ist eine Kollaboration zwischen Hai und Varis.
Keksform-Outlines: Varis V. Marmelade-Coloration: Hai

Die heißen, zusammengeklebten Kekse werden dann in Zucker gewuzelt! Natürlich kann man sie auch anzuckern oder dergleichen, aber wuzeln ist einfach lustiger :D Und an den heißen Keksen bleibt der Zucker auch eig. ziemlich gut haften. Nomnom!

Die Wuzel-Werkstatt

Natürlich kann man die Kekse stattdessen auch mit Schokolade- oder Zuckerguss verzieren :) Ich habe mich für Zuckerglasur entschieden (da ich ja noch Schoko-Mürbteig-Kekse extra auf dem Plan stehen hatte!)  
Für Zuckerglasur kann ich euch kein Rezept, sondern nur einen Rat geben: macht sie ganz nach eurem Geschmack! Ich mische einfach Staubzucker und etwas Wasser ine iner Schüssel zu einem brei. Je nachdem wie dick- oder dünnflüssig ich ihn brauchen, mehr oder weniger Wasser/Zucker.
Außerdem gebe ich noch etwas Saft einer Zitrone zu all meinen Zuckerglasuren hinzu, das gibt dem ganzen eine fruchtige Note :D

Zu sehen: das abgefahrene Zitronenauspress-Röhren-Dingsi von meiner Mum D:

Wie man auf dem Bild mit den bunten Schüsseln vielleicht schon erahnen kann, war es für mich allerdings mit einfacher Zuckerglasur nicht getan: Ran an die Lebensmittelfarbe!!

...in farblich passenden Schüsseln :D

Dazu noch ein paar silberne Zuckerperlen (auch Nonpareille genannt) und nach 5 Minuten sieht eure Küche aus als wäre im My-Little-Pony-Land ein Regenbogen explodiert :D

Bei verzieren des Glitzer-Schaukelpferds musste ich irgendwie an Zeitzeugin denken... ^^

Da es meistens eine Weile dauert bis der Zuckerguss wirklich hart wird, braucht man für diesen Spaß leider viel Platz. Daher hab ich heuer auch nur zwei Ladungen Kekse auf diese Weise verziert. Wenn ich zurückdenke wie ich zu Schluzeiten für die ganze Klasse solche Kekse gebacken habe (4-fache Menge des oben beschriebenen Teiges!) und die ALLE mit Schoko oder Zuckerguss verziert habe... x_x 

Ich bin übrigens ein ganz großer Fan von diesen Silberperlen... ich finde die machen das ganze so richtig schön Weihnachtlich!


Ein kleiner Tipp noch: Wenn der Guss zu flüssig ist und seitlich am Keks hinabrinnt, wartet ein weilchen bis er leicht angetrocknet ist, und hebt die Kekse dann einmal kurz auf. So verhindert ihr, dass die fertigen Kekse am Untergrund antrocknen und beim aufheben die Glasur eventeull brechen könnte!

Auch dieses Rezept ist natürlich weder neu noch sonderlich schwer :) Aber es ist eines meiner Lieblingsrezepte und es macht mir jedes Jahr aufs neue Spaß diese Kekse zu backen, daher wollte ich es hier vorstellen ^^

Übrigens, den bunten Zuckerguss unbedingt aufheben, mit dem geht es nämlich dann morgen weiter ;)
(und das hoffentlich mit einem etwas früheren Eintrag *auf die Uhr schiel und mit mir selbst schimpf* <_<"") 

4 comments:

  1. Oooh.. ! Genau so ahben wir das daamls auch gemacht! Ich LIEBE diese Art von Keks, aber nur mit Zuckerglasur.
    Hoffentlich schaffe ich es dieses Jahr auch noch, zu backen <3

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  2. ohhh lecker lecker :D
    bis auf das bunte Chaos sahen unsere auch immer so aus xD wundertoll zum Angucken und bestimmt noch besser zum Naschen :D
    sehr süß, wie du das Ganze beschreibst! ♥

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  3. hm.... da läuft einem ja das Wasser im Munde zusammen =)

    Sieht wirklich lecker aus. Deine Art Rezepte zu veröffentlichen gefällt mir super gut ;) Denn ich kann überhaupt nicht backen und so ist es viel einfacher sich das ganze überhaupt erst einmal vorzustellen :) Danke dafür *hihi*

    Das mit der Lebensmittelfarbe finde ich super. Bin ich selbst noch nicht drauf gekommen. Toller Tipp :)
    Nach meinem Schulstress werde ich mich auch mal an die Rezeptur wagen ;)

    Liebste Grüße

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  4. Man man, du hast es ja total drauf^^ Ich und meine Mum haben letztes Jahr auch mal einen mickrigen Versuch gestartet und sie sahen nicht so toll aus ;D

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