Sunday, March 20, 2011

Wie das Leben so spielt.

Man sollte meinen ich bin an schlechte Nachrichten gewöhnt.
Mittlerweile nehme ich es auch nicht mehr so schwer, wenn mir etwas schlimmes mitgeteilt wird, wie früher. Heute komme ich besser damit klar, weine vielleicht im ersten Augenblick, doch dann bin ich gefasst und am nächsten Tag kann ich bereits darüber lachen.
So wie die Nachricht, die meine Mutter am Freitag Abend für mich hatte, als ich bei meinen Eltern übernachtet hab.

Ja, es machte mich traurig es zu hören, und es änderte auch etwas an meiner Planung für die nächste Zeit. Es beschäftigt meine Gedanken. Und es führte dazu, dass ich heute ein Treffen mit meinen ehemals besten Freundinnen aus Schulzeiten abgesagt habe.
Ich hatte keine Lust mich mit ihnen zu treffen, an meinem ohnehin stressigsten WE seit langem, und Trivialitäten auszutauschen, während mein Kopf in anderen Sphären damit beschäftigt ist, sich das Schlimmste auszumalen.
Sie hätten es nichtmal bemerkt. Nicht gefragt.
Sie wissen nichtmal ansatzweise, was los ist - meine Freundinnen.
Eigentlich wissen das verflucht wenige Menschen in meinem Leben, witzig dass ich gerade hier, in der Weltöffentlichkeit Internet also so leichtfertig darüber blogge. Aber es ist ja nicht so, dass ich es bewusst geheimhalte. Ich bin auch, so glaube ich, nicht der Typ Mensch der niemandem seine Probleme anvertraut, und alles immer für sich behält. Aber ich dränge mich nicht gerne auf.


Von den 5 Menschen die mir früher am nächsten standen, wissen eineinhalb etwas von dieser Sache.

Eineinhalb: Der einen Freundin hab ich damals, kurz nach unserem "Zerwürfnis"- wenn man das so sagen kann - kurz davon erzählt. Aber das Interesse (auch wenn das im Kontext ein grässlich unangebrachtes Wort ist) war denkbar gering, also verstummte ich nach wenigen Worten. Trost brauchte ich ja keinen, dazu war ich offenbar schon immer zu abgeklärt.
Wozu trösten, wo keine Tränen fließen.
Zumindest keine offensichtlichen.
Danach hab ich nie wieder mit jemand anderem als meiner Mutter, meinem Stiefvater und meinem Freund darüber gesprochen. Nur mein Freund weiß alles über meine Gefühle, meine Mutter weiß es wohl auch, versteht es aber naturgemäß nicht so ganz.
Daher weiß diese Freundin auch nicht mehr als was ich ihr damals erzählte. 
Vermutlich hat sie es wieder vergessen, ich weiß es nicht.
Erst vor wenigen Tagen habe ich dann mit einer anderen Freundin darüber gesprochen. Sie kennt nun die ganze Geschichte, und auch wenn diese im Vergleich zu ihrer eigenen verblasst, und ich nicht mal weiß ob sie nach jenem Abend auch nur einziges Mal daran denken wird (was mir auch egal ist), sah ich in diesem Moment zuerst, wie schockiert sie war, dass sie wirklich nichts davon wusste.
Gar nichts.

Und das ist alles. Eine Freundin, die die ganze Geschichte kennt, und eine die die halbe Geschichte kennt.

Ich dränge mich eben nicht gerne auf.
Und wenn niemand fragt, erzähle ich nichts. Weil ich auf der einen Seite das Gefühl habe, dass es mich doch ohnehin nicht so sehr tangiert - doch auf der anderen Seite frisst es mich innerlich auf und ich würde mir wünschen, ich könnte es erzählen. Jemandem. Irgendwem. Allen. Und doch niemandem. Weil ich weiß dass die Erleichterung, auf die ich hoffe, wenn ich darüber rede, sich nicht einstellt.


Wenn mir die Worte erstmal ausgeganen sind, vertrocknen die Spuren der Tränen ganz von selbst und ich werde wieder ruhig. Aber auch wenn die Wasseroberfläche so still ist, dass man sich darin spiegelt, ist die Strömung am Grund so reißend dass alles, was sich nähert, für Immer verschlungen wird. Keine Gedanken und keine Worte dringen mehr an die Oberfläche.

Aber das heißt nicht dass sie nicht da sind.


I woke up at the dawning of your nightfall
you couldn't find your way back to the light
and though they say that you have never walked another way
I don't want to believe what they say

my silent hope for a better tomorrow
collides with tears I can't hold anymore
longing for a future that has died so long ago
I can hardly believe that you go

4 comments:

  1. und was ist dir passiert?
    finde keinen blogeintrag darüber

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  2. Das, lieber anonymer Leser, liegt daran dass es außer diesem auch keinen Blogeintrag zu dem Thema gibt, weil es mir ein bisschen schwer fällt hier genauer darüber zu schreiben. Aber vielleicht schreib ich mir demnächst mal das alles von der Seele, ich weiß es noch nicht.

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  3. Nein nein, ich denke mal wenn es um so etwas ginge würde da mein Umfeld schon anders reagieren.
    Da es dich so sehr interessiert hier die Kurzfassung: mein Vater, den ich eigentlich sehr liebe und schätze, hat mich auf gewisse Art und Weise sehr enttäuscht... und auch andere Leute. Ich habe viele Dinge über ihn erfahren, die ich einfach nicht glauben kann, da sie nicht zu dem Bild, das ich immer von ihm hatte passten. Jedenfalls habe ich seit meinem 16. Geburtstag kaum mehr Kontakt zu ihm gehabt, die letzten 2 Jahre dann eigentlich überhaupt nicht mehr. Und joa, jetzt ist eben ein Punkt gekommen, wo ich eine Entscheidung treffen müsste... ob ich ihn wiedersehen will oder nicht.
    Soweit zur Kurzfassung, klingt im Gegensatz zu dem was du wohl dachstest wahrscheinlich nicht sehr schlimm ;) Naja, vielleicht raff ich mich mal auf und schreib die Langfassung nieder.

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