Tuesday, June 28, 2011

Frauenfußball-WM - und alle so: Yeah....

Es ist mal weder Zeit für einen random rant meinerseits. Diesmal mit einem Thema, bei dem ich mir immer wieder, wenn ich darüber stolpere, entsetzt die Haare raufe und mich dermaßen aufregen könnte:

Emazipation - oder das, was in unserer heutigen Zeit als solches betitelt wird.
Gleich vorneweg, jeder ist herzlich eingeladen mir zu diesem Thema im Allgemeinen und dem was ich hier schreiben werde im speziellen seinen Senf dazuzugeben und seine Meinung zu sagen.

Eigentlich ein Wunder dass der Blog schon so lange ohne einen dieses Thema betreffenden Post ausgekommen ist, wo ich doch hier sehr gerne mal Dampf ablasse. Eigentlich wollte ich das ganze schon länger mal hier ansprechen, konkret seit einem bestimmten Ereignis (auf das ich später natürlich auch  Bezug nehmen werde) doch ich kam einfach nie dazu.

Vor ein paar Tagen war es aber mal wieder so weit, ich bekam eine dieser großartigen Studentenzeitungen in die Hände - die, wo das Binnen-i in Schwärmen vertreten ist - und las einen Bericht über die Frauenfußball-WM in unserem Nachbarland Deutschland.


Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich von Fußball keine Ahnung habe, und es mir herzlich egal ist ob ein Mann oder eine Frau dem Bällchen hinterherlaufen. Für mich ist der Sport einfach eher langweilig anzusehen, zumindest meistens habe ich einfach besseres zu tun.

Aber es geht hier nicht um Fußball an sich sondern um "Frauenfußball".
Frauenfußball.
Da fängt es doch schon an.
Was ist denn das für ein Wort, bitte. Als bekämen die Frauen einen eigens angefertigten Ball, den Frauenfußball, der ist extra rund damit sie sich beim spielen leichter tun?!

 Frauenfußball?

Können wir nicht zum Beispiel sagen "Fußball der Damenliga"? Anscheinend nicht. Stattdessen denken wir uns lieber ein sonstwie dümmlich klingendes Wort aus, um das ganze mal schön von der eigentlichen Sache "Fußball (für jeden)" abzugrenzen.

Gerne regen sich in letzter Zeit emanzipierte Frauen (hauptsächlich Journalistinnen) und Männer, die wahrscheinlich zu Hause unter dem Pantoffel einer solchen stehen, darüber auf, dass der Frauenfußball einfach nicht genug wertgeschätzt wird.
In einem ist man sich natürlich besonders einig: dass es eine Frechheit ist, wenn jemand behauptet, Frauenfußball sei langweiliger als die "männliche" Variante des Sportes. Soweit kann ich das Lamento ja noch nachvollziehen, denn in meinen Augen ist beides gleich langweilig spannend.
In jener eingangs erwähnten Studentenzeitung ging es konkret aber auch noch um den Slogan "20ELF von seiner schönsten Seite". Der sei ja nämlich sexistisch. Es ist nämlich unfair, wenn die Männer sich den Frauenfußball nur ansehen, weil sie die Damen die über den Rasen wetzen attraktiv finden.

Ich fasse also zusammen.
Es ist scheiße, wenn sich keiner dafür interessiert, aber es ist auch scheiße, wenn man sich dafür interessiert. Zumindest als Mann. Da hat man wohl von vorneherein keine Chance, es irgendwem rechtzumachen. Vor Allem keiner emanzipatorischen Journalistin/Verfasserin eines Artikels in einer Studentenzeitung, pardon, StudentInnenzeitung.

Dennoch ist es aber doch wohl so, dass sich noch immer eher wenige Frauen für Männerfußball interessieren. Und denen wirft man doch auch keinen mutwilligen Sexismus vor, oder dass sie das andere Geschlecht diskriminieren wollen. Dass viel Männer sich für Männerfußball interessieren aber nicht selbtsverständlich auch für Damenfußball, liegt vielleicht zum Teil auch an der "Präsenz" in den Medien. Die Männer-National-11 kennt ja quasi "jedes Kind", nicht zuletzt durch die ulkigen Nutalla-Werbungen. Die weibliche Mannschaft ist einfach weniger bekannt, und ich glaube dieses ist auch das erste Jahr dass die Spiele der Damen-WM so berworben und im TV ausgestrahlt werden - was ja durchaus zu begrüßen ist.

Aber das hat doch mit Sexismus nichts zu tun, sondern mit Medienwirksamkeit.
Für eine U-21 Liga interessiert sich auch keine Sau - bis man aufeinmal irgendwo in einem Halbfinale oder Finale steht. Und auf einmal ist das ganze Land stolz auf die Spieler, die eigentlich zuvor keiner kannte. Das war ja vor einigen Jahren hier in Österreich ebenso, als wir urplötzlich mit der U-21 Mannschaft im U-21-WM-Halbfinale (oder irgendsowas änliches) standen.
Und plötzlich waren alle Augen auf die "Jungen" gerichtet, und man erhoffte sich dass die Nachwuchstalente frischen Wind in die österreichische Fußballwelt bringen würde.

Zurück zum "Frauenfußball".
Es ist also so, dass jetzt verstärkt Werbung dafür gemacht wird. Die Damenmannschaft ... moment, mir fällt gerade auf: Rein wortwörtlich betrachtet ist dieses Wort ein Widerspruch in sich. Vielleicht sollte ich lieber "Damenschaft" oder "Frauschaft" schreiben? Wäre das im Sinne der emanzipierter Binnen-i-Schreiber, und jener die sich über dem Pünktchen nach ihrem akademischen Titel ein "in" drucken lassen damit man auch ja erkennt dass es eine Frau DoktorIN ist und nicht etwa ein Herr Doktor Susanne Meierhuber?


Ich schweife ab, aber auch dieses Thema muss kurz gestreift werden.
Ist es denn bitte nicht einfach nur absolut schwachsinnig, Gleichberechtigung an so etwas Dummen wie diesen Wörtern festzumachen?
Auf einmal muss ich mich also schämen wenn ich "Frau Doktor" sage, weil das nicht an das weibliche Geschlecht der Titelträgerin angepasst ist? Ich muss mich damit abfinden dass ich SchülerIN, StudentIN, EinwohnerIN, AutofahrerIN bin, was mich definitiv und kompromisslos abgrenzt und somit eher ausschließt als eine Gleichberechtigung zu fördern.
Durch solche Korinthenkackerei bei Begriffen wird doch das Anders-Denken nur gefördert, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden betont und herausgehoben. Es wird aufeinmal unterschwellig suggeriert, dass SchülerINNEN anders sind als Schüler. Dass AutofahrerINNEN anders sind als Autofahrer. Und weil sie anders sind, muss man sie abgrenzen, oder wie?
Ich sehe den Sinn dahinter nicht. Ich fühle mich nicht diskriminiert, wenn man mich zu einer Gruppe von Studenten zählt. Ich folge auch einem Aufruf an alle "Einwohner". Und ich schimpfe über andere Autofahrer, und es ist mir schnurzegal ob da Männlein oder Weiblein hinter derm Steuer sitzen.

Den Gipfel der Schwachsinnigkeit in diesem Zusammenhang liefert aber natürlich mal wieder mein eigenes Land, das ernsthaft in Erwägung zieht die Bundeshymne umzudichten. Denn die Textzeile "Heimat bist du großer Söhne" ist ja wohl doch eindeutig sexistisch und verleumdet die großartigen Leistungen von weiblichen Staatsbürgern in der Vergangenheit. Ganz zu schweigen von "Brüderchören" die das "Vaterland" besingen.
Ja klar. Was denn auch sonst.
Dass der Text übrigens von einer Frau verfasst wurde (Paula von Preradović) ist da natürlich irrelevant. Dass diese Frau - wie vermutlich hunderte andere Menschen, die kein vollkommen gestörtes Verhältnis zu neutral verwendeten, im ursprünglichen Sinne männlichen Wörtern haben - bei dem Verfassen des Textes wahrscheinlich gleichermaßen an eine Bertha von Suttner wie einen Karl Landsteiner gedacht hat, ist dabei natürlich irrelevant.
Dass sogar wir Volkschulkinder damals, als wir unsere Bundeshmyne lernten und in der Schule über die Bedeutung der einzelnen Strophen sprachen und Plakate gemalt haben, es für Selbstverständlich erachtet haben, dass mit den "Söhnen" einfach die "Kinder" gemeint sind - das ist wohl auch kein schlagendes Argument.
Lieber unterstellt man der Gesellschaft dass sie mutwillig die Frauen durch die Bedeutung solcher Worte diskriminieren will.
Lieber verwurstet man also die Muttersprache, als das Vaterland als das zu akzeptieren was es ist - ein einfacher Begriff. Ein Wort.


Jetzt aber mal wirklich zurück zum eigentlichen Thema - Fußball.
Wie bei vielen anderen Sportarten gibt es hier also eine Unterscheidung in Männer- und Frauenliga. Begründet wird das wohl damit, dass Männer und Frauen ja körperlich nicht unbedingt gleichermaßen gut für die eine oder andere Aufgabe sind, und in einer direkten körperlichen Auseinandersetzung zwischen Männern und Frauen wohl Letztere den Kürzeren ziehen würden. Also trennt mal wohlweislich Männer- vom Frauensport.

Das will aber natürlich keiner zugeben.
Denn man darf doch nicht einfach so gerade heraus sagen dass Frauen tendentiell körperlich schwächer sind als Männer. Das geht doch nicht!
Frauen gehen zum Heer, zur Feuerwehr - es gibt viele Berufe, die als körperlich sehr anspruchsvoll gelten, die einen immer höheren Frauenanteil erreichen. Und das ist auch gut so, und liegt wahrscheinlich daran dass heutzutage wirklich den Frauen einfach mehr Möglichkeiten offenstehen, die ihnen früher aus gesellschaftlichen Gründen verwehrt blieben.
Trotzdem hegen nur relativ wenige Frauen den innigen Wunsch, Soldatin zu werden. Obwohl wir uns doch alle so bemühen, den jungen Mädchen zu ermöglichen dass sie alles werden können was sie wollen, auch Jetpilotin oder Astronautin!

Man kann es auf geschlechtsspezifische Erziehung hinter verschlossenen Türen schieben. Wo die Mama immernoch mit der Tochter einen Kuchen backen geht für die Nachmittagsjause während der Papa mit dem Sohn mit der Eisenbahn spielt. Und wo den Jungs noch gesagt wird, sie dürfen nicht weinen, und den Mädchen alles "technische" aus der Hand genommen wird, mit der Begründung es sei zu kompliziert für sie.
Diese Familien mag es geben, aber ich glaube es ist heutzutage nur mehr ein geringer Anteil.
Viele Frauen, oder eben junge Mädchen, nehmen völlig freiwillig und von sich aus solche Rollenbilder an, ohne dass diese ihnen vorgelebt werden. Ich kenne zahlreiche Mädchen (und deren Elternhäuser), die keine Ahnung von Technik oder Autos haben. Und die es auch nicht wissen wollen. Die rufen dann ihren Papa an, wenn das Auto eine Panne hat, und der kommt und richtet's. Und zwar nicht weil man ihnen nie ermöglicht hat, sich mit sowas zu beschäftigen, und es selbst zu lernen. Sondern weil es sie einfach nicht interessiert. Punkt.

Ich kann von mir sagen dass ich relativ geschlechtsneutral erzogen wurde. Ich habe zwar auch oft rosa getragen, und hatte viele Barbie-Puppen. Aber ich hatte auch eine Modellflugzeugsammlung, habe mit Dinosaurierfiguren gespielt und mit Lego.
Aber ich habe zum Beispiel nie gerne mit Bällen gespielt. Zumindest nicht mit großen Bällen (Fußball etc). Ich hatte immer schon Ballangst, die ich nur zum Teil überwinden konnte, durch Tennisunterricht. Aber große Bälle waren mir einfach nicht geheuer.
Und heute bin ich ein Mädchen, dass sich für Computer, Technik und das Internet interessiert. Ich kann besser mit Microsoft Office umgehen als die meisten Menschen die ich kenne. Ich kann Möbel zusammenbauen, kleinere Dinge reparieren wenn sie nicht zu sehr kaputt sind, und ich kann sogar Reifenwechseln. Trotzdem trage ich gerne Kleider, schminke mich, habe eine Plüschtiersammlung und viele hohe Schuhe im Schrank.
Ich nehme mir also das Recht heraus zu sagen, dass sich manche Vorlieben ganz unabhängig von der Erziehung entwickeln. Natürlich gibt es Fälle in denen die Mädchen gewisse Vorlieben nicht ausleben dürfen oder können, weil die Eltern es nicht wollen. Aber man muss auch einfach mal einen Schritt zurück machen und das ganze etwas wertfrei von Außen betrachten. Wollen die Eltern nicht, dass die Tochter zur Bundeswehr geht, weil sie ein Mädchen ist, oder weil sie einfach nicht wollen dass ihr geliebtes Kind in Afghanistan und im Irak herumgurkt? Würden die Eltern es ihrem Kind nicht vielleicht auch versuchen auszureden, wenn es ein Sohn wäre?

Um nochmal Bezug auf das zu nehmen, was ich an einigen Damen in meinem Bekanntenkreis festgestellt habe:
 Manche Frauen sind einfach glücklich in der Rolle des "Technik-Dummchens" oder der "Ultratussi". Es macht ihnen wohl Spaß und ist zum Teil auch deren Masche. Immerhin muss man sich selber dann auch um weniger kümmern, wenn mal das Auto oder der PC kaputt ist.
Ich kritisiere das auch nicht, das ist ganz und gar nicht meine Absicht!
Ich verlange nur von den ganzen Hyper-Emanzen mal ein bisschen reflektierter über die Gesellschaft im allgemeinen und Frauen im besonderen nachzudenken. Wir Frauen tragen nämlich schon auch sehr viel dazu bei, uns selbst in eine "Opferrolle" zu drängen. Die können wir ja auch sehr gut, schließlich haben wir jahrhundertelange Übung darin.

So finde ich es zum Beispiel lächerlich, dass man sich darüber aufregt dass die Damenfußball WM weniger Aufmerksamkeit bekommt und die Damenliga im allgemeinen belächelt wird.
Ja nun denn, wenn wir also der Meinung sind wir Frauen sind genauso gut wie die Männer was Fußball betrifft - dann machen wir doch eine gemischte Liga! Gemischte Mannschaften, 50:50, am besten mit der allseits beliebten Frauenquote auch noch fest geregelt - damit nur ja keiner bescheißt und dann doch ein Männerteam aufstellt.

Aber halt, moment mal.
Ist das nicht ein bisschen widersprüchlich?
Wären die Frauen wirklich genauso gut wie die Männer, müsste so eine gemischte Liga ja mölich sein. Selbst wenn man auf die anatomisch/physiologisch bedingten Unterschiede der Geschlechter eingeht, so hat doch schließlich jeder Spieler seine besondere Fähigkeit, die er zum Erfolg des Teams besteuert. Einer oder eine kann vielleicht schneller laufen, der andere ist dafür ein genialer Torschütze, nur halt nicht so schnell zu Fuß. Das Zusammenspiel macht das Ganze ja dann erst interessant.
Der Haken an der Sache ist aber, dass es eben trotzdem nicht funktioniert. Niemand will eine gemischte Liga. Schlimmer noch, niemand verlangt eine gemischte Liga. Es wird nicht einmal darüber nachgedacht.
Und da frage ich mich doch - warum?

Entweder es gibt keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Fußballsport, dann müsste so eine Liga möglich sein, auch ohne eine Frauenquote. Wo die Spieler unabhängig vom Geschlecht nur wegen ihres Könnens für die Mannschaft ausgewählt werden.
Oder aber es gibt eben doch Unterschiede - was ja auch jeder hinter vorgehaltener Hand eingesteht, nicht zuletzt durch die expliziten Bezeichnungen "SpielerIn" und "Frauenfußball" - dann muss man diese aber auch akzeptieren und damit leben können. Anstatt sie aufzublasen zu einem Problem, das faktisch eigentlich gar nicht vorhanden ist.

Anstatt also darauf rumzureiten dass es doch unfair und sexistisch ist, da einen Unterschied zu machen, sollte man sich mal überlegen ob das nicht genau das ist, was wir auch im Alltag fördern, wenn wir Frauen unsere "Opferrolle" dazu nutzen, uns Privilegien zu schaffen.

Stichwort Frauenquote! Wenn ein Automechaniker-Betrieb diese erfüllen müsste, hätte er wohl ein Problem. Denn selbst wenn er müsste/wollte würde er wahrscheinlich nicht genug Frauen in dieser "Branche" aufbringen. Und die oft geforderte Frauenquote von mindestens 50% ist ja überhaupt ein Geniestreich. Frei nach dem Motto: Wir wurden so lange diskriminiert und am Herd festgekettet, jetzt drehen wir mal den Spieß um und nehmen auf gesetzlich legitimer Basis möglicherweise besser qualifizierten Männern den Job weg! Yey!

Stichwort Binnen-i! Aka: Wir möchten bitte gerne herausheben, dass in einer gemischtgeschlechtlichen Gruppe sowohl Männer als auch Frauen sind. Nach meinem Verständnis von Gleichberechtigung sollte es aber egal sein, ob und wieviel Männer und Frauen in dieser Gruppe sind. Ganz abgesehen davon dass es jahrelang gut funktioniert hat, dass sich auch weibliche Wesen von den Begriffen "Schüler" oder "Student" angesprochen fühlten.
Übrigens bekomme ich den absoluten Ausraster wenn Nachrichtensprecher bei ihren Berichten einfach über das Binnen-i hinweglesen und dann solche Meldungen kommen wie "Die Schülerinnen und Lehrerinnen versammelten sich zum gemeinsamen Streik".

Stichwort EMS-Test! Der Medizin-Aufnahme-Test an der Uni-Wien ist ein 8-Stündiger Härtetest, und nur die besten paar Hundert werden für das Studium zugelassen. Die Versagequote zwischen Männern und Frauen unterscheidet sich um 3-6% (soweit ich weiß) - Männer schaffen es also eher als Frauen. Betrug? Bevorzugung der Männer? Ist der Test vielleicht auf männliches Denken ausgelegt und deswegen für die Frauen schwerer zu lösen? Unfair, unfair! Statistisch aber doch absoluter Blödsinn, da ein Unterschied von 3% in diesem Fall absolut nicht signifikant ist, sondern einfach purer Zufall.
Statt uns über lächerliche 3% aufzuregen, sollten wir uns darüber Gedanken machen, in wiefern wir überhaupt von Gleichberechtigung sprechen dürfen, wenn wir die unterschiedliche Funktionsweise männlicher und weiblicher Gehirne als Argument heranziehen.


Ja, meine Einstellung erscheint anti-emanzipatorisch.
Aber ich sehe den Sinn einer Emanzipation auch nicht darin, sich auf seine Opferrolle zu berufen, sie auszunutzen und einen Vorteil daraus zu schlagen zu versuchen.
Entweder wir akzeptieren dass es Unterschiede gibt - und leben damit. Oder wir verlangen eine Gleichberechtigung, dann darf es aber auch keine Privilegien für Frauen mehr geben!


Zum Abschluss noch eine kleine Anekdote.
Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März gab es in Wien einen großen Umzug, die Frauen-Lesben-Mädchen-Demo. (Schon damals wollte ich darüber bloggen, aber fand keine Gelegenheit dazu alles aufzuschreiben)
Einige Tage später las ich wieder in einer dieser Studentenzeitungen, über die ich mich so gerne aufrege, den Bericht eines männlichen (!) Studenten, der mit drei Freundinnen den Demonstrationszug begleiten wollte. Ich konnte kaum glauben was ich da las. Einige Frauen verteidigten ihren selbstausgerufenen "Frauenraum" mit Vehemenz, verbaler Aggressivität und auch noch unter Androhung von Gewalt. Mit anderen Worten: Sie sagten dem Kerl, er solle sich schleichen, weil die Demo nur für Frauen sei. Männliche Passanten seien beschimpft worden - und zwar auch auf sexistische Weise (auf ihre Geschlechtsteile bezogene Beschimpfungen und die Aufforderung zu verschwinden). Plakataufschriften, die in dem Artikel zitierte wurden, ließen mich die Stirn runzeln: "Lesben sind keine Frauen, und wollen auch keine werden". Eine Erlärung der Aussage fand ich hier - diese verwunderte mich jedoch nur noch mehr, denn in meinen Augen ist die Aussage in Verbindung mit dieser Erklärung eine extreme Beleidigung gegen jede emanzipierte heterosexuelle Frau.
Die eigentliche Farce an der Sache waren jedoch erst die Kommentare, die der Artikel bzw. dessen Schreiber via facebook und co erhielt. Da vermochten sich Leute auch noch darüber aufzuregen, dass der Verfasser es als nicht gerechtfertig empfand, von der Demo vertrieben worden zu sein. Festgemacht an einer einzigen, ironisch gemeinten Aussage wurde ihm, der er mit weiblichen Bekanten eine Frauen-Demo unterstützen wollte (!) wahrhaftig unterstellt, er sei sexistisch, diskriminiere die Frauen, befürworte sowas auch noch und so weiter.

Ich weiß nicht, aber mich macht sowas einfach nur noch traurig.
Bis zu einem gewissen Grad kann ich mich darüber herrlich echauffieren, aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem ich mich für einige meiner Geschlechtsgenossinen nur noch schäme.
Und in diesen Momenten hoffe ich ganz stark, dass es bald eine Generation geben wird, die sich nicht mehr an haarspalterischen zweigeschlechtlichen Bezeichnungen aufhält, die ihre Zeit nicht damit verschwendet Probleme zu suchen wo keine sind, und die akzeptiert das Gleichberechtigung auch Kompromissbereitschaft bedeuten muss.
Und zwar für beide Seiten.

18 comments:

  1. Ohje, so viel information und selbst auch so viel daz zu sagen, wenn man nich wöhrend des Lesens wieder das meiste vergessen würde >______________<
    Ich bin jedenfalls ganz deiner Meinung!

    Ein paar Sachen sind trotz der Uhrzeit noch hängen geblieben:
    Ist es nicht so, dass man IMMER, zu jeder Fussballsaison, wenn man Klatschzeitschriften wie Jolie, Glamour oder Young Miss aufschlägt, erst einmal ein "sexiest Nationalspieler 20xx"-Ranking findet? Dass man die ach so wunderhübschen Spieler oben ohne in quasi jeder Zeitschrift begutachten kann? Hat nicht jeder shcon mal von ner Freundin den Spruch gehört: Ach dieser neue Tormann/Stürmer blalabla, der is ja so sexy, jetzt guck ich mir die WM/EM auch an blablabla"? Is das denn weniger sexistisch? regt man (entschudlige, frau) sich darüber auf?

    Guck ich als Frau jetzt extra die FrauenfussballWM, dass se mehr Einschaltquoten haben? As if. Dann solln sich doch die Frauen auch nich darüber beschweren.

    Dann zu der Erziehung: Ich denke auch, dass ich eine relativ geschlechtsneutrale Erziehung genossen habe. Ich mag vllt,als ich es mir noch nicht selbst aussuchen konnte, mehr Mädchenspielzeug in die Hand gedrückt bekommen haben, aber als ich meinen eigenen Willen hatte, bekam ich neben Barbie, Baby Born und Polly Pocket auch eine CarreraBahn, einen Straßenteppich mit Autos und Piratenbücher. ich war ne zeitlang absolut unfeminin, besonders in der Pubertät und letzendlich hab ich mich für das Feminine entschieden, ich steh auf Rosa und Pläusch und Kitsch und sexy Kleidung, ich mach gern auf dumm, dass ich das bekomm, was ich will, ich intressier mich NULL für Autos, Physik udn Chemie (was ja angeblich auch alles "Jungsfächer" sind...), aber das hat sich so entwickelt oder mein Gehirn is einfach nicht dafür geeignet. Ich kann Mathe ganz gut, vielleicht is das meine "männliche" Seite? Ich lass mir ungern bei einem Date die Rechnung abnehmen, ich find den Beruf Maler & Lackierer interessanter als Krankenschwester. Ich würd sagen, ich bin nicht voll und ganz Tussi, aber wer is das heut zu Tage schon noch? Ganz das Tussidasein möchte ich aber auch nicht verlieren/aufgeben, jetzt mal von den politischen Dingen abgesehn (ich bin ja schon für Wahlberechtigung usw, das steht ausser Frage :D)

    Och, siehste, elbst zu den wenigen Dingen konnt ich jetzt so viels chreiben. Du machst es einem aber auch nicht leicht. Ich meiner EINER Frau. Ich mein Mir :D

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  2. Nur ganz kurz, weil ich gleich in die Arbeit muss: ich bin für das Binnen-I. Und ich erachte es - im Gegensatz zu dir - als Triumph, wenn in der ZIB darüber hinweggelesen wird. Ich bin aber gegen Frauenquoten, weil das meiner Meinung nach den besser qualifizierten den Job abluchst (wie du bereits gesagt hast).

    Werde mir meine Gedanken sortieren und heute abend nochmal ausführlicher drauf eingehen.

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  3. Dieser Demonstrationszug war ja scheinbar krass! Da ging mir schon beim Lesen die Hutschnur flöten, ehrlich!

    Meine bescheidene Meinung zum Thema Fußball:
    Du hast Recht "Frauenfußball" klingt wie "ja jetzt gib der Hausfrau doch das Bällchen, heiteitei" Trotzdem benutze ich das Wort auch, ist bei mir im Wortschatz leider drin, muss ich mal drauf achten. "Frauen WM" finde ich völlig ok.

    Männer haben schon aufgrund ihrer möglichen Muskelkapazität mehr sportliche Möglichkeiten, daher wäre eine gemischte Liga wohl scheiße. Trotzdem spiele ich gerne mit Männern Fußball, aber das ja nicht auf Profiniveau ;)
    Emanzipation sollte in beide Richtungen gehen, sowohl nach weiblicher, als auch männlicher Seite. Männer werden gerne auch immer wieder untervorteilt.

    Frauen werden übrigens gerne belächelt, wenn sie Fußball gucken, eben aufgrund der "Du guckst dir doch nur die Waden an / keine Ahnung von Fußball, die Männer findet sie aber wohl attraktiv" und das nervt. Klar sage ich auch mal "Oh, der ist ja sexy", aber ich habe sehr wohl Ahnung vom Fußball. Und finde es auch nicht schlimm, wenn Männer bei der Frauenmannschaft sagen, dass die oder die sexy sei. Man ist ja nicht blind.

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  4. Woah, diese Erklärung für "Lesben sind keine Frauen" weckt in mir den Wunsch, jemanden zu verschlagen. ò__ó

    Und ich verstehe bei bestem Willen nicht, warum es schlecht, sexistisch und frauenfeindlich ist, eine Frau sexy zu finden und sie sich gerne anzugucken. WTF ist das Problem? Ich finde auch so manche Frau sexy, trotzdem schätze ich sie als intelligentes Individuum, vorausgesetzt sie ist ein intelligentes Individuum. Das ist für mich einer der Gründe, warum ich mit Feministinnen auf Kriegsfuß stehe. Gleichberechtigung heisst doch nicht Abschaffung der Sexualität! Ich finde Sexualität toll und darf jeden Fußballspieler und jede Fußballspielerin, unabhängig von ihren sportlichen Fähigkeiten, scharf finden. Meine Güte.

    Da ich mich aber trotzdem nicht für Fußball interessiere, ist mir auch relativ egal, wie erotisch diejenigen sind, die da übers Feld rennen. XD

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  5. Ich kann ASU da nur zustimmen, dieses "Lesben sind keine Frauen"-Ding ist ja einfach nur purer Bullshit. Und auch deinem Eintrag kann ich absolut und komplett zustimmen, Binnen-I ist meiner Meinung nach absoluter Schwachsinn und die Frauenquote braucht auch niemand. Ich meine mich zu erinnern, dass irgendein Politiker (war bestimmt eh wieder die Leyen) mal durchsetzen wollte, dass vor allem in Führungsetagen eine Frauenquote wichtig ist. Weil das ja auch so eine gute Idee ist Personen ganz nach oben zu setzen, die sich meistens von ihren Emotionen und nicht dem logischen Denken leiten lassen. Das ist gar nicht böse gemeint, aber mal ehrlich: Frauen können manchmal gar nicht logisch denken, ich merk das ja selber an mir. Wenn ich auf irgendwen sauer bin, dann höre ich dem auch nicht mehr zu und ignoriere ihn, selbst wenn diese Person in einer Sache richtig liegen sollte.

    ...

    Irgendwie hab ich schon wieder den Faden verloren xD

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  6. Es ist momentan zu warm in meinem Zimmer um einen wirklich qualifizierten Kommentar abzugeben, deswegen hier nur ein einfaches: Ich finde den Beitrag super geschrieben, ich glaub ich hab ja schonmal gesagt dass ich deinen Schreibstil toll findö. Und: ich stimme dir in so ziemlich allen Punkten voll zu. Das muss für heute reichen..röchel xD

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  7. Ja, die Schlagerfans waren auch echt schlimm. Die haben halt auch die ganze Zeit so laut gegröhlt, waren mega-betrunken und nicht gerade sehr umgänglich :( Und da wird von uns, die ein bisschen "anders" aussehen, immer gesagt wir sind die Freaks. Is klar >.<

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  8. Varis, ich fürchte, du behandelst hier einfach zu viele Themen auf einmal, die an sich schon komplex genug sind und einen eigenen Beitrag verdient hätten - und dann haben diese Themen in Bezug auf Fraußenfußball nicht einmal alle etwas miteinander zu tun. Und ja, ich benutzte jetzt das Wort Frauenfußball, um dir deinen argumentativen Widerspruch zu verdeutlich, der ensteht, wenn du einerseits den Begriff "Frauenfußball" schon fragwürdig findest, dich aber andererseits darüber ärgerst, wenn der Sprachgebrauch "feminisiert" wird. Ich antworte mal auf das Thema Fußball, weil es aus meiner Sicht keinen Sinn macht, jetzt noch das große Fass der deutschen Sprache aufzumachen und über die Überstrapazierung des Binnen-Is herzuziehen. Irgendwann sagt man sich sicherlich nur "Fußball", aber das kann man nun nicht von oben herab diktieren.

    Über die körperlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau, besonders wenn jeder sein Limit ausreizt wie im Leistungssport, streitet doch in Wahrheit niemand, und mich wundert, dass du diesen Eindruck hast. Keine ernstzunehmende Stimme fordert eine gemeinsame Liga, von daher rennst du doch offene Türen ein. Auch das Leistungsgefälle zwischen den Männer- und den Frauen-Teams ist nicht so wahnsinnig groß, auch wenn vielleicht die Extreme größer sind, aber da muss eben auch den großen Unterschied in den Fördergeldern für beide Geschlechter in vielen Ländern berücksichtigen, wo Frauen als gleichberechtigte Sportlerinnen halt eben keine solche Priorität haben wie in unseren Ländern - von der historischen Entwicklung des über Jahrzehnte männerdominierten Sports einmal ganz zu schweigen. Wenn die Frauenmannschaften auf der Welt nicht überall das Niveau der Männer-Teams haben, dann ist das vor diesem Hintergrund vor allem eines: keine so furchtbare Überraschung. - Viele Leute zäumen das Pferd aber von hinten auf, wenn sie argumentieren: "Oh, seht, Frauen spielen oft noch schlechter als wir, also hat Frauenfußball nicht mal annähernd die öffentliche Aufmerksamkeit verdient, die Männerfußball hat!". 14 Millionen Zuschauer beim deutschen Eröffnungsspiel sahen das offensichtlich anders!

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  9. Die mediale Unterstützung der Fußball-WM der Frauen hat neben wirtschaftlichen Interessen (artikuliert von Sponsoren und Fernsehanstalten) auch eine ernstgemeinte emanzipatorische Dimension (seitens der Presse). Und zwar nicht in dem Sinne, dass jetzt ein paar männliche Schlechtes-Gewissens-Feministen den Kampf für die Frauen führen wollten und allen Nicht-Frauenfußball-Interressierten vorwürfen würden, schreckliche Frauenfeinde oder rückständig zu sein. Sondern in dem Sinne, dass sich der Sport nur dann überhaupt auf die Höhe des Männerfußballs bewegen kann und die gleiche Akzeptanz in der Bevölkerung jenseits dieses dümmlichen Altherren-Gutsherren-Witzes findet, wenn man die Spielerinnen kennt und mit eigenen Augen sieht, dass viele dieser Herabwertungen des Frauenfußballs einfach nur gepflegte Klischées sind, die bisher immer als Alibi dienten, sich gar nicht erst damit zu beschäftigen.

    Öffentliche Aufmerksamkeit ist wichtig. Und das Niveau der Damen ist dafür mehr als ausreichend. Und wer in dem öffentlichen Raum, der Frauenfußball neuerdings geboten wird, eine feministische Kampagne sieht, der oder die muss halt seine weiter seine Vorurteile pflegen und den Fernseher ausgeschaltet lassen. *g*

    Ich verstehe deinen Beitrag kurzgefasst so: "Wir Frauen haben es nicht nötig, durch Frauenquote, mediale Unterstützung und Politisierung des Leistungssports oder durch sprachliche Verrenkungen wie das Binnen-I 'emanzipiert zu werden', wir schaffen das aus eigener Leistung." - Ich finde, das muss man differenzierter sehen und nicht alles auf eine Stufe stellen. Und ein Blick in die Führungsetagen börsennotierter Unternehmen zeigt, dass dies mindestens in der Wirtschaft bisher eher ein Anspruch selbstbewusster Frauen ist als die Realität.

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  10. @TKindchen: Jaaa ist etwas länger geworden o.o Weil ich aber auch zu dem Thema sooo viel zu sagen habe *lach*
    Ich finde ja auch generell, dass das Wort "sexistisch" viel zu inflationär verwendet wird. Wenn ein Mann dies oder das tut, ist das gleich sexistisch, aber wenn eine Frau etwas äquivalentes tut, ist das einfach nur... emanzipiert, selbstsicher etc.? Nur zum Thema Frauen-Demo. Hätte ein Mann es gewagt sowas zu sagen - na Holla die Waldfee o.o Aber die Frauen dort beschimpfen einfach so die männlichen Passanten, aber HEY, die dürfen dass, denn es ist nur ein Ausdruck ihrer Emanzipation -_-

    @diclofena: Ich sehe einfach keinen Sinn darin. Und wenn sie es schon verwenden wollen um zu erklären dass es eine gemischtgeschlechtliche Gruppe von Menschen ist, dann sollte man mMn auch sagen "Schüler und Schülerinnen" und nicht einfach drüberlesen. =/ Aber hey, ich kann ja sowieso nichts dran ändern. Wer es verwenden will soll das nur machen, aber ich werde trotzdem noch von meinen "Bloglesern" sprechen, obwohl wahrscheinlich 99% davon weiblich sind ;)

    @Zeitzeugin: Das war jetzt natürlich auch übertrieben dargestellt, daher auch der kleine Comic dazu ^^ Aber ich finde schon dass das Wort einfach nicht sehr schön klingt o.o Man sagt ja auch nicht "Frauentennis", "Frauenskisport" oder "Frauenschwimmen". Sondern "Tennis der Damen" etc. Aber vermutlich gilt es heutzutage auch als unemanzipiert, sich als Dame bezeichnen zu lassen XD

    @★ASU★: Genau der Meinung bin ich auch. Man kann die Sexualität ja sowieso nicht einfach so verleugnen oder abschaffen, weil sie einfach (zumindest wohl in der überwiegenden Mehrheit) da ist/praktiziert wird. Dann zu behaupten, sie spiele keine Rolle ist halt irgendwie so als würde man sich selbst belügen -_-

    @Monsikatzi: Also ich versteh sehr gut was du meinst ^^ (und da hast sicherlich nicht mehr den Faden verloren als ich beim schreiben des Eintrages *lol*)
    Ja, tendentiell kenne ich so ein Verhalten auch eher von Frauen als von Männern. Ich verstehe auch, dass eine Firma, wenn sie die Wahl zwischen einem Mann und einer Frau mit identen Qualifikationen hat, sie eher den Mann für den Job nehmen. Weil nunmal die "Gefahr" besteht dass die Frau irgendwann schwanger wird und einfach ausfällt. Finde ich vollkommen verständlich - dafür wäre ich persönlich aber auch zB bereit einen vertrag zu unterschreiben, in dem ich mich Vertraglich daran binde, NICHT in den nächsten soundsoviel jahren ein Kind zu bekommen, und wenn ich mich nicht daran halte verliere ich alle Ansprüche oÄ. Sollte ich meine Meinung ändern, na dann kann ich immer noch kündigen und mein Kind aufziehen und mir danach einen anderen Job suchen. Mit sowas könnte ich sofort leben, aber ne Frauenquote finde ich einfach nicht sinnvoll ._.

    @Kuchenfee: Danke für das Kompliment :D ich freue mich ja, dass es überhaupt Leute gibt das von vorne bis hinten komplett durchlesen ^///^

    @blorg: Das dachte ich mir bei dir ja schon, aber warum machst du dir dann die Mühe zu kommentieren? =P

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  11. @*Kelhim: Zum Thema Frauenfußball: Ich hab ja schon Zeitzeugin damit geantwortet, dass ich einfach das Wort an sich nicht schön finde. Mir geht es da jetzt weniger darum, dass ich gerne hätte das man "Fußball" sagt und einfach beides meint, für Männer- und Frauenliga (wie das zB beim Skifahren so ziemlich der Fall ist). Ich verstehe nur nicht so ganz warum man gerade "Frauenfußball" sagt, und nicht eben "Fußball der Damenliga" oder dergleichen. War aber natürlich übertrieben dargestellt, und im Endeffekt ist es mir schnurz wie sie ihren Sport nennen.

    Natürlich fordert keiner eine gemeinsame Liga - aber warum wird dann jemand, der sagt er findet Frauenfußball nicht so interessant zB weil es technisch einfach nicht das gleiche ist wie Männerfußball, dann so kritisiert? o.O Das verstehe ich nicht. Soll doch jeder das Recht haben zu sagen, es interessiert ihn nicht weil er die Art wie Männer spielen, einfach netter anzusehen und mitzufiebern findet. Ich kenne mich mit Fußball so gar nicht aus, daher kann ich sowas nicht beurteilen. Aber zum Beispiel beim Tennis kann ich sehr wohl verstehen, wenn jemand sagt er interessiert sich eher für die Spiele zwischen Männern oder eben Frauen, weil da einfach zumeist ganz anders gespielt wird.

    Ich sage auch nicht dass sie keine Aufmerksamkeit verdient hätten.
    Nur finde ich es zB etwas fragwürdig dass sich die Frauenschaft auf der einen Seite darüber beschwert, wenn sie aus vermeintlich sexistischen Gründen ("20ELF von seiner schönsten Seite" als Slogan) Aufmerksamkeit bekommen, sich aber gleichzeitig einige Damen der National-11 für ein Männermagazin ablichten lassen unter dem Titel "Die schönsten Spierlerinnen" (oder so ähnlich, hab da nur kurz eine Werbung gesehen).
    Ich sehe keine feministische Kampagne in der Förderung des Frauensportes und der medialen Präsenz an sich, wie du mir das hier unterstellst. So anti-feministisch dass ich überall eine feministische Verschwörung wittere, bin ich dann doch wieder nicht. Ich reagiere nur allergisch darauf, wenn einem sofort Sexismus vorgeworfen wird, wenn man nicht gleich voller Enthusiasmus mit auf den fahrenden Zug aufspringt (=indem man sich nicht für Frauenfußball interessiert) ODER es einem vorgeworfen wird obwohl man sich dafür interessiert (nach dem Motto "Du guckst doch bloß den Mädels auf die Ärsche").

    Abschließend kann ich nur sagen, dass du dann wohl meinen Beitrag leider sehr, sehr missverstanden hast.
    Ich rede hier nicht davon, welche Methoden nötig oder unnötig wären, um eine Emanzipation der Frauen zu erreichen.
    Ich rede hier davon, dass ich es satt habe, dass sich (manche) Frauen auf der einen Seite aufregen über alles und jeden, und gleich überall mutwilligen Sexismus wittern, auf der anderen Seite ihre Opferrolle aber auch gut und gerne dafür benutzen, sich selbst irgendwelche Vorteile herauszuschlagen, und wenn sie diese dann nicht bekommen, gleich wieder alle für Sexistisch zu erklären, die ihnen widersprechen.

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  12. In meinen Augen müssen sich die Frauen erstmal bewusst werden, dass sie nur eines haben können: Entweder, absolute Gleichstellung mit den Männern, die selben Rechte, aber auch die selben Pflichten. Wehrplficht. KEIN Mutterschutz. (Wer ein Kind bekommen will, kann sich urlaub nehmen um den geburtstermin herum und danach kann man sich ja die Karenz mit dem Vater teilen.) KEINE Privilegien für Mütter bei Sorgerechtsdiskussionen. KEINE Frauenquote, weil sie genauso unsinnig wäre wie eine Männerquote.
    Aber dann darf man nicht weiterhin vehement darauf pochen dass wir Frauen etwas ach so besonderes wären weil wir Kindern das Leben schenken. Man darf nicht mehr behaupten, ein System (Schulsystem, Auswahlverfahren für ein Studium etc) fördere die Männer und diskriminiere die Frauen.
    Wir können nicht gleichzeitig versuchen uns herauszuheben (was die Emanzipation an vielen Stellen mittlerweile versucht) und damit eine Gleichberechtigung zu erreichen. Das wird nicht funtkionieren. Bei vielen Feministinnen (und ja, ich kenne so einige persönlich) habe ich das Gefühl, sie wollen nicht einfach "das Patriarchat" beenden, sondern die Welt umwälzen und die Männer diskriminieren, um sich für die jahrelange Unterdrückung "zu rächen". Und das geht mir einfach gegen den Strich.

    Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern die in unserer Gesellschaft solche Probleme bereiten, entstehen doch eigentlich nur in unseren Köpfen. Faktisch ist es egal ob du eine Frau bist oder ein Mann, wenn du dich anstrengst wirst du das auch erreichen was du schaffen willst. In manchen branchen vielleicht leichter als in anderen. Aber das liegt an der Gesellschaft, und das ist etwas was man ganz leicht durch Erziehung "sanft" revolutionieren kann. Wenn mir als Kind vermittelt wird, "Du kannst alles schaffen was du dir vornimmst!" bringt mir das sicher mehr als "Du kannst alles schaffen was du dir vornimmst, OBWOHL du ein Mädchen bist!". Ich habe das Gefühl, die Emanzipationsbewegung von heute versteift sich da eher auf zweiteres - zumindest soweit ich das hier aus meinem Umfeld mitbekomme.

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  13. @VarisVarjo: Ich mag deinen Post eigentlich relativ gerne, stimme nicht allem zu, aber kann ihn nachvollziehen. Aber das mit "kein Mutterschutz" solltest du auf jeden Fall noch überdenken. Ich weiß nicht, ob du dich viel über Schwangerschaft/Geburten informiert hast, aber bei Mutterschutz geht es nicht um irgendeinen Luxus sondern um ein gesundheitliches Thema - nach einer Geburt blutest du noch wochenlang wie verrückt, und das kannst du mit Regel absolut nicht vergleichen (Wochenbett), die meisten haben frisch vernähte Wunden (Dammriss, Kaiserschnitt) etc. Kurz vor dem Geburtstermin hat man auch extrem viele Beschwerden und es ist gefährlich fürs Kind, wenn man sich zusehr anstrengt.

    Bei der Karenz bin ich allerdings bei deiner Meinung - nur finden sich leider noch nicht genug Männer, die das machen wollen, obwohl die Tendenz steigend ist :)

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  14. @magdalenda: Das war natürlich auch überzeichnet dargestellt! (Aber wow, das heißt du hast nicht nur meinen ellenslangen Text gelesen sondern auch die Kommentare? o.o Ui, dankeschön!)
    Mir ist schon klar dass das einfach nicht geht, und auch die Tage/Wochen vor der Schwangerschaft sehr anstrengend für eine Frau sind, weswegen es ja den Mutterschaftsurlaub gibt. Selbst vermeintlich "einfache" Berufe wie ein Bürojob stellen da ja schon eine Belastung da, wenn man den ganzen Tag sitzen soll... Ich verstehe das also schon sehr gut. Aber umgekehrt muss man es dann eben mMn auch als Frau verstehen, dass man bei einem Bewerungsgespräch gegenüber einem gleichqualifizierten Mann wahrscheinlich einfach nicht so gute Chancen hat...
    Was die Karenz-Aufteilung betrifft: Wie gesagt, ich bin da der Meinung dass das zu einem großen Teil mit der Erziehung zusammen hängt bzw. einfach allgemein wie man aufwächst :) Für manche Männer zB wäre es selbstverständlich dass man sich diese Zeit aufteilt, einfach weil sie sich selbst nicht als den "Brötchenverdiener" sehen und die Frau nicht als die "Hausfrau". Das ist aber denke ich zu einem großen Teil eine Einstellungssachte... Wobei es hier natürlich extrem wichtig ist, dass das Gesetz sowas auch eingehend unterstützt, ermöglicht fördert...
    Ich bin ja auch keine komplette Anti-Emanze ^^ Und es gibt durchaus Dinge denen ich was abgewinnen kann, weil ich einfach der Meinung bin dass es ein Schritt in die Gleichberechtigung ist in einer Welt wo einfach kein großer Unterschied mehr zwischen Mann und Frau gemacht wird - und die die dann noch übrigbleiben auch akzeptiert werden und von keiner Seite drauf rumgeritten wird.

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  15. @Varis: weil ich dich gern hab? :3

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  16. Ich denke dass es durchaus mehr als 1% männliche Leser geben dürfte. Ich für meinen Teil lese aber - man möge es mir verzeihen - zb die schmickzeugposts nicht.

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