Monday, September 12, 2011

Die Theorie von Männern und Schmutz

Liebe Leser, heute gibt es mal wieder etwas wissenschaftliches. Denn ich möchte hier meine neueste Theorie vorstellen, die die Welt der Wissenschaft in ihren Grundfesten erschüttern wird!
(Achtung, der Folgende Beitrag enthält Sarkasmus. Sollten Sie in der Vergangenheit schon einmal Probleme gehabt haben, solchen zu erkennen und zu verstehen, empfiehlt es sich, den Text nicht weiterzulesen, oder gegebenenfalls den Kopf um 90° nach links zu neigen und beim lesen die folgende Abbildung in Erinnerung zu behalten: ;D )

Die Theorie befasst sich mit einem prekären Thema - Leser mit schwachem Magen mögen mir die Themenwahl für diesen post verzeihen, aber wenn man 2 Jahre als einzige Frau in einer 4er WG wohnt, dann drängt sich dieses Thema irgendwann einfach immer mehr auf:

"Männer machen mehr Schmutz als Frauen"

Jede Hausfrau oder Frau die mit einem Mann zusammenlebt wird das vermutlich sofort bestätigen, wenn nicht gar selbst vehement vertreten.
Männer hingegen fühlen sich - völlig zu Recht - davon angegriffen. Was aber sind die Hintergründe für dieses Vorurteil?

Ein gern genutztes Argument ist das rücksichtlose Verhalten von Männern im Umgang mit - so ziemlich allem. Sei es "herumpritscheln" im Bad oder "panschen" in der Küche. Aus meiner persönlichen Erfahrung (2 Jahre WG mit 3 Männern) kann ich das auch nur unterschreiben - Männer sind Anpatzer und Überlaufenlasser, Liegenlasser und Mit-klebrigen-Händen-alles-Antapscher. Zumindest die meisten, die ich kenne. Und zumindest in der Küche.


Im Bad hingegen - das gebe ich offen und ehrlich zu - bin ich die Liegenlasserin und Nicht-Wegräumerin. Da bleibt das Glätteisen schon mal liegen, auch wenn es eigentlich schon kühl genug wäre, es wegzuräumen, Make-Up wird nicht sofort zurück in den Schrank geräumt und manchmal befinden sich auch noch abgebrochene Haare im Waschbecken. (Zugutehalten muss man mir jedoch, dass bisher das Bad wenn überhaupt ausschließlich von mir geputzt wurde, und ich immer, wenn ich zum zweiten Mal am Waschbecken vorbeigehe und noch meine Haare drin sehe, diese beseitige.)

Die werten Herren der Schöpfung hingegen patzen, schmieren und bröseln herum und hinterlassen ihre Schlachtfelder dann großzügigerweise der Nachwelt, frei nach dem Motto "Wen's stört, der kanns ja wegmachen". Schlimmer als im Bad ist es allerdings in der Küche, wo großflächige Flecken schon mal eintrocknen oder Überreste ein Eigenleben entwickeln. Unterhaltung für den Hygienefanatiker bietet dann neben dem philosophischen Diskurs mit dem Gemüse vom Vormonat eventuell noch die an moderne Kunst erinnernde farbliche Sprenkelung der Herplatte und das Spiel "Ich riech etwas das du nicht riechst" beim Abwasch, bei dem es darum geht anhand einzelner, durch warmes Wasser freiwerdende Odöre, die dazugehörige Mahlzeit aus der Vorwoche zu erraten.

Es gibt natürlich auch das krasse Gegenbeispiel - den Mustermann der selbst putzt und wischt und wegräumt und penibel darauf achtet, dass alles sauber bleibt.
Für diesen Phänotypen müssen allerdings zumeist zwei Bedinungen erfüllt sein:

Erstens muss die Person selbst das Bedürfnis nach Ordnung und Hygiene haben. Denn wem's eh wurscht is, wie's ausschaut, der schaut auch nicht darauf, dass der frisch geputzte Spiegel nicht gleich wieder angespritzt wird oder man beim würzen der Tomatensauce danebensalzt und -pfeffert.
Und zweitens muss die Person auch selbst dafür zuständig sein, dass es sauber bleibt, denn wenn einem ständig hinterhergeräumt und -geputzt wird, dann achtet man natürlich weniger darauf, auch alles was sauber ist möglichst sauber zu halten.

Die Kombination dieser beiden einzigartigen Merkmale führt aber oftmals leider nicht zum "Super-Hausmann" der Träume, sondern zum präpotenten Alles-Besser-Wisser, der großmütig erklärt dass er nicht verstehen kann wieso Frauen mit der Hausarbeit überfordert seien, denn er schaffe es doch auch mit Links dass allles sauber bleibe. So viel Arbeit sei das doch nun wirklich nicht.
Ist es auch nicht - wenn man sich in der Küche nicht wie ein 3-järhiger verhält, der kübelweise Wasser in die Sandkiste schütten durfte, und nun mit Freude im Matsch herumpantscht. Wenn sich alle Hausbewohner rücksichtsvoll verhalten, und sich vielleicht sogar die Arbeit teilen und nach Putzplan putzen oder dergleichen, dann ist es wirklich kein Problem ein Haus oder eine Wohnung sauber zu halten.
Um einen Mitbewohner (oder eine Mitbewohnerin) dazu zu bringen, mehr auf Sauberkeit zu achten, gibt es natürlich Mittel und Wege.
Oberstes Ziel einer von Schmutzpegel frustrierten (Haus-)Frau (oder auch einem Super-Hausmann mit schmutzender Mitbewohnerschaft) sollte es sein, in den Verantwortlichen selbst den Ekel am Schmutz zu wecken. Dabei sollte möglichst subtil vorgegangen werden - Meckern ist keine Lösung, sondern schürt nur Aggressionen. Wirksamer ist da dann schon der totale Boykott der verschmutzten Räume, bis zur Reinigung durch die Schmutzfinken. Das erfordert natürlich auch ein großes persönliches Opfer, wirkt aber in den meisten Fällen ebenso effektiv wie Liebesentzug!
Anstatt zu meckern oder Schulzuweisungen auszusprechen, hilft es auch, Aussagen auf sich zu beziehen, zum Beispiel: "Ach, ich will eigentlich gar nicht in die Küche... mich ekelt es so vor dem unabgewaschenen Geschirr." oder "Also hunger hätte ich schon, aber ich habe eigentlich gar keine Lust jetzt was zu Essen, denn wenn ich in die Küche gehe vergeht es mir wieder. Aber nimm dir ruhig was zu essen, ist schon okay."
Es ist ein langer, harter Weg, und man muss hartnäckig bleiben! Aber es ist durchaus möglich dass dem partner/Mitbewohner nach einer Weile bewusst wird, dass er oder sie sich eigentlich selbst vor den festgeschimmelten Essensresten in der Küche ekelt.

Wie ich bereits eingeräumt habe, geht es hier ja eigentlich nicht nur darum dass Männer mehr Schmutz machen als Frauen.Das Geschlecht spielt gar keine so große Rolle wie anerzogene oder angewöhnte Verhaltensmuster .
Ich kenne auch Frauen, die sich in der Küche wie absolute Vandalen verhalten, und ebenso kenne ich Männer, denen Ordnung wichtig ist. Ich kenne aber auch solche Männer, die zwar behaupten, es ist ihnen wichtig dass es sauber ist, die aber trotzdem die Küche verwüsten und hinterlassen als hätten sie mit verbundenen Augen gekocht...

Das alles erklärt aber nun nur den unmittelbaren Ursprung von "Schmutz" wie man ihn in der Küche und im Bad aufgrund von Unachtsamkeiten versursacht, egal ob von Mann oder Frau.


Aber was ist mit Staub?

Alle Arten von Verschmutzung, die durch das Verhalten und, wie ich ja gerne einräume, nicht durch das Geschlecht beeinflusst werden, mal beiseitegelassen, so bleibt immernoch ein individueller Unterschied in der Staubansammlung in einem Männer und Frauenhaushalt! Bloß aus welchem Grund?

Betrachten wir mal verschiedene Wohnsituationen im direkten Vergleich.
Wenn ich während des Semesters im Studentenwohnheim bin, stehen mir ca 25m² an Platz zur Verfügung. Der meiste "Schmutz" der sich sammelt, sind dabei Haare, die mir zu jeder Jahreszeit gleichermaßen ausgehen. Staub bildet sich nur im geringen Maß.
Am Wochenende und vor Allem in den Ferien wohne ich jedoch in einer WG - ursprünglich waren wir zu 4, und meine 3 Mitbewohner sind alle männlich. Sofort nach dem Einzug stellte ich fest, dass sich exorbitante Mengen an Staub in der Wohnung sammelten. Am Boden kroch "Lurch", wie man bei uns in Österreich die großen Staubansammlungen nennt, von bis zu 20cm Länge. Bereits etwa 2 Tage nach dem kehren oder staubsaugen, war er wieder da. Warum?

In erster Linie muss natürlich berücksichtigt werden, dass 4 Personen mehr sind als eine. Dennoch verteilten sich diese 4 auf etwas mehr als 90m², so dass der Raum pro Person ungefähr gleich bleibt wie beim Ein-Personen-Wohnszenario. Interessanterweise ist der Ort mit der stärksten "Lurchpopulation" der Flur, was dafür spricht dass die Bewohner beim durchqueren dieses den Staub auch aus ihren Zimmern heraustragen.
Die erste Theorie die ich hatte, inkludierte unsere schon älteren Daunendecken, die besonders viel Staub abgaben wenn man sie aufschüttelte. Bald jedoch bekamen wir neue Decken mit Kunstfaser-Fülle, aber der Staub-Pegel blieb gleich.

Es musste also irgendeinen anderen Grund geben, dass die Jungs anscheinend mehr Staub produzierten als ich.
Ich unterstelle ihnen da natürlich keinerlei Böswilligkeit oder Mutwilligkeit. Ich dachte eher über physilogische Unterschiede nach, so wie zB ich sicherlich die "Hauptquelle" für abgebrochene Haare bin, weil ich sie öfter kämme, style, wasche, sie länger sind und auch eher abbrechen.

Und dann, vor wenigen Tagen, kam mir der Geistesblitz.
Es sind die Haare! Die Haare sind schuld!

Allerdings nicht die am Kopf, sondern die Körperbehaarung.

Staub besteht ja zu einem Großteil aus zerriebenen Stofffasern und Hautschuppen.
Ich glaube, dass die stärkere Körperbehaarung von Männern zu stärkerem Abrieb an der Kleidung führt, und somit zu mehr Staub!Natürlich können die Herren nichts dafür, aber es wäre doch eine äußerst logische Erklärung, oder?

Diese Theorie ist zwar nur ein schwacher Trost angesichts der Tonnen von Staub die sich auch in diesem Moment um mich herum ansammeln, doch ich gebe mich vorerst damit zufrieden, eine halbwegs plausible Erklärung gefunden zu haben... Hoffnung gäbe es dann auch durch die Theorie, dass angeblich die Körperbehaarung der Menschen von Generation zu Generation weniger werden wird, weil sie nicht mehr "benötigt" wird und dadurch quasi verkümmert.

Im Übrigen wäre es mal interessant, einen behaarten mit einem ganzkörper-rasierten/-epilierten Mann zu vergleichen, was die Staubproduktion betrifft. Eine Studie zu dieser Problemstellung könnte meine Theorie vielleicht noch weiter untermauern! Gibt es vielleicht unter euch jemanden mit persönlichen Erfahrungen zu diesem Thema?

Ich hoffe diese wissenschaftlich Äußerst signifikante und weltbewegende Abhandlung konnte euch den öden Montag versüßen!



ACHTUNG! Dieser Post wurde im Voraus geschrieben und automatisch von Blogger gepostet. Bitte verzeiht Fehler in der Formatierung oder mit den Bildern, die ich erst korrigieren kann wenn ich zurück bin! Eure Kommentare werde ich natürlich auch beantworten, sobald ich wieder zu Hause bin ♥

6 comments:

  1. Ich musste grad bei dem Wort !Lurch" schmunzeln xD
    Das klingt irgendwie süß :3

    Und ich muss zugeben, dass ich einen Saubermann zu Hause habe D:
    Liegt auch nur eines(!) meiner langen schwarzen haare auf dem hellen Laminatboden, würde er am liebsten sofort den Staubsauger rausholen ... ich hingegen hebe das Haar einfach auf oder - wie in den meisten Fällen - lasse ich es einfach liegen :'D

    ReplyDelete
  2. Oha ... ich wohne seit Kurzem auch in einer WG, meine beiden Mitbewohner sind auch Männer und das klappt von der Sauberkeit her ganz gut. :-)
    Wir putzen nach Putzplan, aber wenn jemand für größere Verschmutzungen verantwortlich ist (z.B. aufwändig gekocht hat) macht er das natürlich selbst weg - und die beiden sind da sehr diszipliniert, obwohl das vorher eine reine Männer-WG war. Aber einer von ihnen hat auch einen Hygienetick von daher ist es vielleicht ihm zu verdanken. ^^

    Einziges Problem waren die Bereiche ausserhalb von Küche, Bad und Boden im Flur: Als ich eingezogen bin musste ich erstmal über sämtliche Schränke, Türklinken und Lichtschalter wischen, weil die doch sehr vernachlässigt und zeitgleich ständig mit klebrigen Patschfingern angefasst wurden ... aber mittlerweile gehört das mit zum Putzplan. ;-)

    ReplyDelete
  3. Mein Freund ist auch viel (!) reinlicher als ich.
    Wir ahben ja eine Katze und die ist der echte Schmeirfink. Ich fege - und einen Tag später liegen wieder überall Katzenhaarrollbüsche verteilt *g*

    ReplyDelete
  4. Dein Text ist herrlich! Da weiß ich direkt wieder warum ich nicht in eine WG gezogen bin ;) Mein Freund ist auch ein bisschen so, allerdings muss ich noch lernen nicht zu meckern. Wobei ich auch nur in der Anwesenheit anderer ein Ordnungsfreak bin, wenn keiner da ist sehe ich das etwas lockerer.
    Ich finde den Ausdruck "Lurch" übrigens auch sehr süß, bei mir heißen die Staubfussel Wollmäuse^^

    ReplyDelete
  5. xDDD kuhler text ^^
    diese beispiele von wegen ich würde ja was essen aber wenn ich die küche dann .... das muss ich mal ausprobieren ^^
    mein freund ist ein kleines schweinchen und da er nur am wochenende da ist sieht er es natürlich kein stück ein hier auch nur irgendeinen finger zu krümmen -..-

    ReplyDelete
  6. also bei mir bieten sich 'Staub-Lurche'
    jedes ma lein Wettrennen, wenn hier
    jemand die tür auf macht D:

    von daher kann ich deine theorie
    zumindest nicht direkt anfechten :T

    grüssli

    ReplyDelete

Want to comment?
If you have no google+ account, you can use Open ID (for example with an URL of your twitter, homepage etc.)
Anonymous commenting is disabled, but feel free to contact me via ask.fm if you have no means of commenting here :)