Thursday, December 22, 2011

Christkind vs. Weihnachtsmann?

Seit Beginn der Vorweihnachtszeit quält uns die Werbung wieder mit mehr oder minder unterhaltsamen Weihnachts-Werbungen. Und besonders die aktuelle, ziemlich schwachsinnige Werbung des Österreichischen Mobilfunkbetreibers Telering lässt mich in dieser Hinsicht immer wieder die Stirn runzeln und mich fragen, wie man auf sowas kommt.

In Version 1 der Werbung bekommt der "Weihnachtsmann" vom "Christkind" auf's Maul:

...und in Version zwei ist es der "Weihnachtsmann" der das Christkind verkloppt:


Die deutschen Leser die die Werbungen vermutlich nicht kennen werden sich jetzt vermutlich fragen: "Was zur Hölle hat das mit nem Inder zu tun?"
Das ist schnell erklärt, denn "der Inder" ist quasi das Maskottchen des Anbieters, der in jeder Werbung auftaucht. "Frag doch den Inder!" ist der Slogan, der in jeder Werbung auf ihn verweist.
Und wer sich jetzt denkt, so was kann sich nur ein Besoffener ausgedacht haben, liegt gar nicht so falsch, denn angeblich (zuuuuufällig gehört von jemanden kennt, der die Person die den Slogan erfunden hat kennt XD), wurde die Idee während einer Sauftour geboren, als irgenjemand eine blöde Frage stellte, und jemand darauf mit "Frag doch den Inder!" antwortete und damit einen Mann indischer Herkunft, der Teil der illustren Runde war, meinte.

Und das war die glorreiche Geburtsstunde dieses Slogans!

Aber zurück zu den Werbungen. Österreich wäre nicht Österreich, wenn wir uns nicht über jeden Kleinscheiß ein bisschen aufregen würden - und ab und an auch etwas heftiger aufregen würden. So geschehen in diesem Fall, denn Herr und Frau österreicher befanden die Werbung für respektlos, gewaltverherrlichend, eine Beleidigung gegenüber der Religion...blablaschwurbelschwurbel.
Die Folge:
Der Spot darf nur noch nach 21:00 gezeigt werden und die "brutalen" Passagen wurden zudem einfach geschwärzt.
(In der Folge wurde übrigens auch eine dritte Werbung gedreht, in denen sich beide "Streitparteien" vertragen. Natürlich wurde diese Werbung ganz spontan aus dem Ärmel geschüttelt, auf die Beschwerden hin...)

Marketingtechnisch natürlich ein Geniestreich, denn wenn die Werbung eines getan hat, dann Aufmerksamkeit erregen. Zumindest bei Menschen, die sich von so etwas beeinflussen lassen und diese Strategie nicht gleich durchschauen. Es geht darum, eine Kontroverse zu verursachen und eine Diskussion vom Zaun zu brechen, und nach Jahren im Internet ringt mir so etwas nicht mehr als ein müdes Lächeln ab.
"Don't feed the trolls!" denke ich mir da nur, und mich regt die Argumentation und Diskussion mehr auf als die Werbung an sich.

Ich glaube in der heutigen Zeit brauch es keiner mehr hervorzuheben, dass Weihnachten vollkommen kommerzialisiert wurde. Die Geschichte vom Coca-Cola-Weihnachtsmann, der angeblich maßgeblich für unsere heutige "Vorstellung" vom Weihnachtsmann verantwortlich ist, kennen sicher einige. Das Christkind ist ja eigentlich Jesus, der nach christlichem Glauben am 24. Dezember geboren wurde. Geschenke hat es sicherlich nicht schon immer gebracht. Und auch wäre es ursächlich betrachtet sinnvoller es als Säugling oder zumindest männlich darzustellen, doch zumeist wird es als Engel mit weiblichen Zügen und goldenen Locken dargestellt... weil dich die Vorstellung, dass ein Baby Geschenke bringt vermutlich schwer realisieren lässt, für Werbezwecke zum Beispiel.

Persönlich bin ich mittlerweile an einem Punkt, wo mir keines der beiden "Konzepte" von Weihnachten mehr zusagt.

Als Kind war es natürlich toll ans Christkind zu glauben. Die Spannung, wenn die Wohnzimmertüre am 23. Dezember verschlossen wurde - natürlich habe ich versucht durch das Schlüsselloch zu blicken! - die Aufregung und Freude wenn das Glöckchen läutet und man endlich ins Zimmer darf, die Krezen am Baum erleuchtet sind und alles glitzert... das alles ist natürlich für Kinder ein wunderschöner, zauberhafter Moment. Mit meiner lebhaften Fantasie konnte ich mir während des Wartens vor der verschlossenen Türe ausmalen, wie Engelchen den Baum schmücken und das Christkind im letzten Moment das Glöckchen läutet, dann über den Balkon davonfliegt und durch Zauberhand die Balkontüre hinter sich schließt, bevor wir den Raum betreten.
Aber lange habe ich sowieso nicht daran geglaubt, denn als ich mit etwa 5 Jahren angefangen hab zu lesen und zu schreiben, bzw Buchstaben zu erkennen, bemerkte ich sofort dass "das Christkind" unterschiedliche Handschriften auf den Schildern an den Packerln hat. Und dass die Schriften genauso aussehen wie die von Mama, Oma etc.
Wirklich desillusioniert hat mich das ganze aber nicht. Ich habe es akzeptiert und mich trotzdem auf Weihnachten gefreut, und übrigens ist es auch heute noch so, dass wir vor verschlossener Wohnzimmertüre warten, während "das Christkind" (aka mein Stiefvater) alle Kerzen anzündet und dan das Glöckchen läutet :3

Als Kind war für mich der Unterschied zwischen Christkind und Weihnachtsmann immer ein "lokaler". Die in Amerika glauben eben an den Weihnachtsmann, wir an das Christkind. Als ich älter wurde und mehr über die Hintergründe erfuhr, empfand ich "unser System" sogar besser, denn Santa Claus basiert ja zT auf dem Heiligen Nikolaus der zu uns ja auch kommt! Wir haben also quasi beides in einem!

Heute, rückwirkend, frage ich mich wieso ich das als Kind so einfach ohne zu hinterfragen abgetan habe (Vielleicht weil ich eh nicht mehr daran geglaubt hab). Ich frage mich, wie man zB heute einem Kind plausibel erklären kann, wer von den beiden nun die Geschenke bringt. Vor 15 Jahren, als ich ein Kind war, stellte sich die Frage nicht wirklich, da der Weihnachtsmann noch kein so omnipräsentes Weihnachtswerbeutensil war, zumindest soweit ich mich erinnern kann.
Ist ein Kind heutzutage, wenn es von den Eltern hört "Wenn du brav bist, bringt dir das Christkind zu Weihnachten Geschenke!", und dann aber in Kaufhäusern und in Werbungen überall Weihnachtsmänner sieht - nicht irgendwie verwirrt? Mittlerweile gibt es ja auch hier schon Leute die Weihnachtsmänner für ihre Kinder anmieten oder dergleichen.

Ich habe Anfangs erwähnt dass mir keines der beiden "Konzepte" mehr zusagt.
Das liegt in erster Linie daran, dass das "Christkind" ja im Grunde etwas christliches ist, und ich den Gedanken irgendwie seltsam finde dass Jesus Christus mir an seinem Geburtstag Geschenke bringt.
Trotzdem bin ich mit diesem "Gedanken" aufgewachsen und der Weihnachtsmann passt in dieses Konzept mit dem ich groß geworden bin nicht hinein. Maximal eben in Gestalt des Nikolo.
Das sind jetzt natürlich Aussagen aus der Perspektive meines kindlichen Ichs. Und die führen mich unweigerlich zu dem Schluss, dass ich, wenn ich selbst Kinder hätte, ihnen weder das eine, noch das andere "Konzept" näherbringen könnte.
Hinzu kommt, dass ich mich im Laufe meines Lebens so oft mit "Lügen" von Erwachsenen rumschlagen musste, die mich im Nachhinein oftmals geärgert haben. Dazu zählt zum Beispiel das bis-zur-Lächerlichkeit-reichende Vereinfachen von Konzepten die einem im Unterricht näher gebracht werden - ohne dass die Lehrer den Anstand hätten zu erwähnen dass es nur eine Vereinfachung ist! Diese Lügen kamen (leider) hauptsächlich von Lehrern, und oft ging es auch darum dass diese sich ihre eigenen Fehler nicht eingestehen wollten. Und das hat mich wirklich extrem angekotzt.
Wenn es also eines gibt, das ich nicht tun wollen würde, wenn ich Kinder hätte (neben den offensichtlichen Dingen wie sie zu schlagen und derglichen), wäre ihnen etwas vorzulügen. Ich würde versuchenn, nach Möglichkeit jede Lüge zu vermeiden. Und dem Kind wissentlich zu erzählen, es gäbe das Christkind - ich brächte es ganz einfach nicht über die Lippen!

Damit will ich aber nun in keinster Weise die Eltern kritisieren, die ihren Eltern vom Christkind (oder Weihnachtsmann) erzählen, oder meine eigene Mutter, die mich ja auch in dem Glauben aufwachsen ließ. Ich sage nur dass ich persönlich es - glaube ich - nicht könnte, diese Geschichte weiterzugeben.

Außerdem habe ich bei dem Begriff "Christkind" mittlerweile einfach immer ein Bild von einem erwachsenen, bärtigen, langhaarigen Jesus in so nem Armor-Kostüm mit Engelsflügelchen und so ner Windel vor Augen >____< Gaaah!
Viel schöner finde ich da zum Beispiel das Konzept der "Hexe" Befana, die am 6. Januar (dem tag der Epiphanie, bei uns ist der Feiertag nach den Heiligen 3 Königen benannt) den Kindern Geschenke bringt. Befana war eine herzensgute Frau, die den 3 Königen auf ihrer Reise eine Nacht lang Unterschlupf gewährte. Die 3 Könige luden sie ein sie zu begleiten, und mitzukommen um Baby Jesus zu besuchen und zu beschenken. Zunächst lehnte sie ab, doch später änderte sie ihre Meinung. Sie schwang sich auf ihren Besen (srsly!) und suchte nach den 3 Königen, dem Stern oder dem Stall, fand jedoch Jesus nicht. Daher beschloss sie, alle anderen Kinder zu beschenken, was sie bis zum heutigen Tage tut.
Das ist doch nett, oder? Ich finde die Geschichte schön, und auch die Vorstellung dass eine "Hexe" die Geschenke bringt ist schon ziemlich cool!

Also was mich betrifft, würde Befana "Christkind" und "Weihnachtsmann" beide ausstechen! :D
Dann stellt sich aber wieder die Frage, wenn man so eine Geschichte einem Kind erzählt, wie geht es damit um, wenn zB das eigene Kind ans Christkind glaubt aber alle anderen in der Kindergartengruppe/Klasse an den Weihnachtsmann? Nun wo der Weihnachtsmann auch bei uns so populär geworden ist ist es ja nicht mehr unwahrscheinlich, dass da irgendwann mal in der Generation nach uns zwei kleine "Fronten" kollidieren.
Und angenommen, das eigene Kind glaubt an keine der beiden Geschichten, wie funktioniert das dann in einer Gruppendynamik, in einer Gruppe mit Kindern die sehr wohl daran glauben? Im schlimmsten Fall den ich mir ausdenken kann, wird vielleicht ein einzelnes Kind ausgeschlossen...?
Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen unter euch, die mit sowas schon selbst oder durch Kinder im Verwandten-/Bekanntenkreis Erfahrungen gemacht haben und mir davon erzählen können?
Ich weiß nur, dass das Thema für mich nie so wirklich aufkam. Als ich in die Schule kam glaubte ich schon nicht mehr daran (wobei ich hier zugeben muss dass ich mich trotzdem ein wenig an den Glauben "klammerte" obwohl ich schon wusste dass das Christkind eben nicht den Baum schmückt und die Geschenke bringt, sondern die Mama ;D ), aber es gab keine Konflikte oder Streit deswegen mit anderen Kindern, die noch daran glaubten.


Meine Mama meinte zu der Telering-Werbung übrigens folgendes:

Die Werbung ist genau das Genegteil von dem Gedanken der hinter Weihnachten steht...dem Fest des Friedens und der Liebe....der Liebe zu den Mitmenschen (für die sich Jesus Christus ja geopfert hat)...also auch wenn ich's nicht erz-katholisch sehe finde ich schon das Weihnachten die Zeit der Besinnung sein sollte....
Die Werbung zipft mich insofern an weil sie zur ganzen AGRESSION noch eins drauflegt..statt zu 'deeskalieren', was aber notwenig wär um Dialoge zu führen miteinander....in der Familie, Job...weltweit ??


Wie ist eure Meinung zu der Werbung und zu dem Thema im allgemeinen? Geht die Kommerzialisierung zu weit oder lässt euch so etwas eher kalt?
Habt ihr als Kind eher ans Christkind oder den Weihnachtsmann geglaubt? Bis zu welchem Alter, und wie ist es euch damit in eurem Umfeld (Gleichaltrige) ergangen?
Und wenn ihr selbst Kinder habt/hättet, was würdet ihr ihm vermitteln (wollen)?

12 comments:

  1. Ich hab mich auch erst so mit 12,13 gefragt, wieso ich nie verwirrt war, wenn es bei mir zu Hause hieß, es kommt das Christkind, in den Amerikanischen Filmen aber immer von Santa Clause die Rede war... Bei meiner Mutter haben wir an Wiehnachten ja auch keine kleinen Kindern mehr, aber ich freu mich immer wieder, wenn die Tradition mit dem Glöckchen durchgesetzt wird (nur manchmal klappt das aus zeitgründen nicht, weil meine Schwester & Ich an einem Abend von Vater zur Mutter pendeln...).
    Ich hab mir darüber noch keine Gedanken gemacht, ob ich meinem Kind von Osterhase, Christink und Zahnfee erzählen soll. Wobei das Glauben an Christkind / den Nikolaus noch am meisten Moral mit sich bringt. Ohne diese Geschichtchen kann man natürlich auch seinen Kindern beibringen,d ass man immer artig sein soll, aber es is einfach n großer Ansporn. So wars jedenfalls für mich (meine Brüder sind nich ma am Tag vor Weihnachten brav...)
    Ich find das auch gar nicht verwerflich, wenn man sein Kind in dem Glauben lässt, es gäb solche Wesen. Es regt seine Fantasie an und es ist noch richtig "Kind" und irgendwann kriegt es ja die Wahrheit mit, was auch ein Stück zum Erwachsenwerden dazugehört und dann ist es den Erwachsenen ja auch nich böse für das, was sie erzählt haben.
    Das muss einfach jeder für sich selbst entscheiden :)

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  2. Hi!
    Bei uns hat auch immer das Christkind die Geschenke gebracht und, in der Tat, hat das Christkind förmlich schon immer Geschenke gebracht. Letztlich ist das besagte Christkind nämlich auch fast schon eine taktische Werbefigur von Martin Luther. Wir protestantischen Gläubigen haben ja nichts mit der Heiligenverehrung der Katholiken zu tun und bei denen hat der Hl. Nikolaus die Geschenke im Dezember gebracht. Martin Luther hat dann den "Heiligen Christ" entwickelt der die Geschenke bringt und aus dem "Heiligen Christ" wurde im Sprachgebrauch dann das "Christkind". Siehe auch Wikipedia "Christkind".

    Mir ist eigentlich egal wer wem die Geschenke bringt, bei uns wird´s immer das Christkind sein (wenn Kinder daa sind *g*), aber wenn eine Familie meint das mit dem Weihnachtsmann oder dem Osterhasen oder den Weihnachtswichteln zu verbinden, aber trotzdem schöne und gemütliche Weihnachten hat, ist das sicher mehr wert, als Weihnachten mit "Christkind" voller Streit, purem Konsum und ohne schöne Zeit zusammen.

    Ich wünsche dir schöne Feiertage!
    Liebe Grüße

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  3. Als Kind war ich eher eine Skeptikerin gewesen. Wenn der Nikolaus in den Kindergarten kam, lugten unter seinem Gewand hellblaue Jeans hevor und dazu weiße Turnschuhe mit roten Streifen. Ich fand es seltsam, dass genau der Hausmeister, dem ich vor dem Nikolausbesuch begegnet war, genau diese trug. Mir war also schon früh klar, dass Erwachsene nur so tun, als ob es den Nikolaus, den Osterhasen und das Christkind gäbe. Böse war ich ihnen keineswegs und ich fand es eher amüsant.

    Heute sehe ich es einfach als eine schöne Tradition an. Hätte ich Kinder, würde ich das auch so praktizieren, dass das Christkind einem die Geschenke bringt. Ich würde es ihnen überlassen, ob sie wirklich daran glauben oder an seiner Existenz zweifeln.

    Und ich mag hier in Bayern in meinem Wortgebrauch auch das Christkind am Leben erhalten. Ich finde es schon schade genug, wenn Kinder sich den Nikolaus so vorstellen, als sähe er aus wie Santa Claus, dabei ist er ein Bischof, also mit Mitra, Stab und Bischofsgewand. :D

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  4. Huhu!

    Genau über das Thema Christkind/Weihnachtsmann/Nikolaus habe ich letztens in der Schule ein Referat gehalten :D
    Ich denke letztendlich geht ja doch alles auf den selben Brauch zurück.
    Früher hat man zu Ehren des hl. Nikolaus (Schutzpatron der Kinder) an seinem Namenstag die Kinder beschenkt.
    Dann kam die Reformation, man hat keine Heiligen verehrt und der Brauch wurde auf den 24.12. verlegt.
    Der Brauch hat sich verbreitet, es entstanden das Christkind, der Weihnachtsmann (übrigens nicht von Coca Cola erfunden), Väterchen Frost, Santa Clause und ich bestimmt noch ein paar andere...
    Bei mir kam früher immer das Christkind, aber letztendlich finde ich es egal, wer nun die Bescherung macht, hauptsache man verbringt ein paar schöne Festtage mit seinen lieben.

    So un jetzt noch etwas anderes kurioses: Der Christstollen.
    Darstellen soll er ja das gewickelte Christuskind. Man isst also Baby-Jesus mit Windeln. oO

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  5. Ich kenne das Christkind aus meiner Kindheit komischerweise gar nicht. Ich kann mich nur daran erinnern, dass immer der Weihnachtsmann kam, der aber immer ein verkleideter Freund meiner Eltern war. Er klingelte an der Tür, kam ins Wohnzimmer und forderte uns Kinder auf ein Gedicht vorzutragen oder etwas zu singen/spielen oder so.
    Und 1. hatte ich Angst vor fremden Männern/Erwachsenen, und so ein Kerl in roter Kutte war mir erst recht nicht geheuer xD Und 2. hatte ich Angst mich zu blamieren und hab mich deswegen immer gerne unterm Tisch versteckt oder so, weswegen meine Eltern diese Tradition dann schnell abgeschafft hatten.

    Ich denke ich war 5, als ich bemerkt hab, dass der Weihnachtsmann nicht echt sein kann. Tja, seitdem brachten immer meine Eltern die Geschenke und seit wir auf dem Gymnasium waren, war es eigentlich eher so, dass wir die Geschenke eingepackt und überreicht haben, also die für die anderen nicht für uns.

    Aber dass ich Nikolaus und Christkind nicht kenne, liegt vielleicht auch an der DDR, die Generation meiner Oma kann damit nämlich etwas anfangen, und reden auch vom Christkind mehr wie vom Weihnachtsmann, wohingegen ich das von meinen Eltern eben nicht kenne und erst die letzten Jahre wirklich mitbekommen hab, dass es mehr gibt als nur den Weihnachtsmann. (Und den Nikolaus natürlich, den ich mir aber nie als Bischof vorgestellt hab, und am 6. Dezember kommt)

    (Und ich hab auch noch nie ein richtiges Grippenspiel gesehen oder war zu Weihnachten in der Kirche, ich bin was das angeht sehr atheistisch aufgewachsen...)

    Die Werbung find ich aber dennoch nicht so gut. Weniger zwar wegen dem Christkind und dem Weihnachtsmann, als mehr der Inder mich irgendwie an den Zwarte Piet erinnert, was ich irgendwie rassistisch finde x3
    Zudem streiten sich ja die beiden darum wer das bessere Geschenk bringt, was ich einfach viel zu kapitalistisch finde, als dass das zu Weihnachten passen würde.
    Das sind wie die Geiz-ist-Geil usw. Werbungen, die Weihnachten komplett durch den Konsum-Kakao ziehen...

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  6. Meinst du nicht, dass es den Kindern einfach egal wäre? Kinder diskutieren doch nicht über Weihnachtsmänner und Christkinder und sind sehr wohl in der Lage zu akzeptieren wenn jemand anders ist, bzw. anders denkt. Und zu der Weihnachtslüge: Du sagst ja selbst, dass du den Zauber geliebt hast und es total schön war vor der Tür zu lauschen und dir die Engelchen vorzustellen, ich glaub auch du würdest das deinem Kind geben wollen, es gehört irgendwie zur Kindheit dazu.

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  7. Also ich muss sagen, ich fand die Werbung eigentlich ganz witzig. x'D Ich finde, man sollte nicht so viel negatives in Werbungen reininterpretieren... früher waren die Werbungen auhc allgemein viel witziger, aber heutzutage stößt alles einem auf und die Werbungen werden langweiliger und nerviger... ich seh das mit den Werbungen also nicht so eng. Es spritzt ja auch kein Blut, sie hauen sich ja gegenseitig nur episch weg!

    Ich glaubte ja früher an den Weihnachtsmann. Die Erklärung ist total simpel. Meine Eltern sind beide alles andere als gläubig - sie stellten es mir frei, ob und an was ich glauben möchte (bin deshalb auch ungetauft) und wollten mir demnach wohl auch kein Christkind aufzwängen. Woran andere Kinder so glaubten, weiß ich nicht, irgendwie wurde das Thema nie angesprochen. Aber ich meine, mich daran zu erinnern, dass der Weihnachtsmann gängiger war, denn ich wusste sehr sehr lange Zeit nicht wirklich, dass es ein Christkind gibt. Ich habe früher immer davon gehört, konnte mit dem Begriff aber nie etwas anfangen und hielt es auch nicht für nötig, meine Eltern zu fragen. Diesen ganzen Brauch mit Glöckchen klingeln kannte ich demnach auch nicht und lernte ihn erst nach dem Umzug durch andere kennen. Man hat sofort gemerkt, dass wir in ein christliches Dorf gezogen sind. :D

    Ich werde mein Kind wohl mit dem Weihnachtsmann aufziehen. Aber nicht sonderlich lange. Meine Eltern hatten es genauso gemacht und ich fand es sehr gut, wie sie es gemacht haben eigentlich. Vielleicht kommt es aber auch ganz anders? Mal sehen, so viele Gedanken mach ich mir dann doch nicht darüber... :D Ist aber interessant, darüber mal nachzudenken!

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  8. Erstmal vielen lieben Danke für die tollen Denkansätze ;D Komischerweise ist mir erst gestern am Eingang des Baumarktes etwas sehr unschönes aufgefallen - ein Weihnachtsmannkostüm, weleches etwas makaber aufgehangen wurde, mit einer unheimlichen Maske... Was denken denn da die Kinder? Der Weihnachtsmann hat sich gehäutet?? O__o

    Ich selbst habe an den Weihnachtsmann geglaubt, da bei uns in der Familie das Christkind als "kirchlicher Kram" abgeschrieben wurde - so mussten wir also als Kinder dem Weihnachtsmann etwas vorsinden oder spielen damit er uns auch etwas schenkt (bis uns dann aufgefallen ist, dass der Weihnachtsmann die gleichen Stiefel trug wie unser Vater...)

    Das mit den elterlichen "Lügen-Geschichten" hört sich im ersten Moment echt krass an, aber ich verstehe voll und ganz was du meinst und kann deine Ansichten nur unterstützen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Eltern nicht nur denken, das Kind könnte es noch nicht kapiern, sondern sich einfach keine Zeit nehmen Dinge zu erklären. Dann ist es mit einer stark vereinfachten Erklärung schnell abgetan. Ich z.B. habe sehr viel als Kind hinterfragt - mein Vater hat mir dann meist nicht nur einfache, sondern teilweise auch falsche Antworten gegeben (als Beispiel: "Papa, wozu haben die LKW´s da noch ein Rad in der Luft hängen?!" Antwort: "Das brauchen sie, um auf Berge zu fahren" ) Denn mal ehrlich - hat man mal eine Antwort von seinen Eltern bekommen, so hinterfragt man sie meist nicht mehr...

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  9. Oweh, das ewige Streitthema Christkind vs Weihnachtsmann.
    Für mich waren die als Kind immer befreundet :'D
    Ich find deine Gedanken dazu wirklich sehr toll geschrieben!
    Und die Werbung geht mir übrigens ziemlich auf die Nerven (da schämt man sich glatt Kunde bei Telering zu sein *schämschäm*).
    Ich schließe mich der Meinung von deiner Mama übrigens an.
    Ich finde die Werbung einfach nur furchtbar - wie eigentlich fast alle Werbesendungen zu Weihnachten. Sei es nun der Weihnachtshase von Saturn oder das schlägernde Christkind von Telering :'D

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  10. Wuuui, danke für die vielen kommentare ^___^

    @TKindchen: Aaaah du hast absolut recht - ich hatte jetzt an den pädagogischen Aspekt dahinter gar nicht gedacht! o_O Aber ich stimme dir absolut zu, es lehrt die Kinder auf jeden Fall das "gutes Benehmen" belohnt wird! Ja, der Glaube regt auch die Fantasie an, das stimmt. War ja bei mir auch so. Ich täte mir nur schwer, glaube ich, meinen Kindern so etwas zu vermitteln, wenn ich welche hätte x.x ich weiß es aber natürlich nicht XDD

    @Mia: Wow, das wusste ich gar nicht! o.o Danke für die Erklärung wo das "Christkind" in dem Sinne herkommt :D
    Und danke, dir auch schöne Feiertage ^__^

    @Hotaru: Haha XD Das kenn ich, unser "Nikolo" in der Schule war zwar echt überzeugend, doch einmal wurde ich in das Zimmer des "Verwalters" geschickt um irgendwas auszurichten, und tja, da stand nunmal der "Stab" vom Nikolo in der Ecke und das Gewand hing am Kleiderständer XD
    Also ich würde auch eher zum Christkind tendieren, weil ich damit auch Engelskitsch und Goldgeglitzer assoziiere, und mit Santa Claus eher... joa, Spielzeugfarbik, Konsum usw. o.o Und das Christkind schmückt ja auch den Weihnachtsbaum (zumindest bei uns), was ich auch eine sehr schöne Vorstellung fand als Kind :D

    @Tigerlilly: Ich weiß schon dass der nicht von Coca-Cola erfunden wurde :D Angeblich gab es auch diese "rote Kluft" schon davor, aber wirklich populär gemacht hat dieses "Bild" doch Coca Cola denke ich...
    Oh Gott, DAS soll der Christstollen darstellen? XDD wtf!

    @CoraCora: Bei euch in der DDR kam also der Weihnachtsmann und nicht das Christkind? o.o Also Das hätte ich jetzt echt nicht gedacht. Ist aber auf jeden Fall interessant wie sich sowas auch von Generation zu Generation ändert!
    Ich musste grad erstmal googeln wer der "Zwarte Piet" ist, aber jetzt wo ich es weiß, stimm ich dir schon zu XD Irgendwie erinnert er echt daran... Aber da wir in Österreich "den Inder" (was ja an sich auch schon etwas fragwürdig ist, die ganze Kampagne und die Figur D: Zum Thema Rassismus/Klischees und so...) ja schon seit Jahren aus den Werbungen kennen, kommt einem so ein Gedanke wohl erst im zweiten Moment XD

    @Kälbchen: Ich weiß nicht ob es ihnen egal wäre, ich habe erlebt das Kinder zT ziemlich grausam sein können wenn jemand durch irgendetwas zum "Außenseiter" wird. Klar sind sie in der Lage zu akzeptieren wenn jemand ander ist oder anders denkt, wenn sie das denn auch vorgelebt bekommen. Es gibt halt leider, bei Kindern wie auch bei Erwachsenen, solche und solche. Daher meine Frage nach den Erfahrungen anderer Leute, weil ich wissen wollte ob ich in der Hinsicht "Glück hatte" (dafür gab es andere Themen bei denen es bei uns drunter und drüber ging)
    Ich glaube du hast mich falsch verstanden, was die "Weihnachtslüge" betrifft, wie du sie nennst. Ich meinte nur, dass es mir persönlich eher schwer fallen würde, diesen ganzen Zauber und die Geschichte einem Kind zu vermitteln. Ich würde mir schwer tun einem Kind vom Christkind zu erzählen, und ich denke so etwas würde dann in so einer Situation mein Partner übernehmen müssen. Hängt aber vielleicht auch damit zusammen dass ich nicht sehr gut mit Kindern kann ^__^"

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  11. @Jacky: Ja, ich finde die Werbung an sich auch recht witzig, also die Choreographie des "kampfes", wie das Christkind als Kung-Fu-Kämpfer auftritt usw XD Mich nervt auch eher, wie sich die Leute gleich darüber aufregen o_O Aber ja, die meisten Menschen sind und bleiben halt Werbeopfer -> was kontrovers ist, wird viel diskutiert -> Ziel erreicht, Marketingabteilung glücklich.
    Wenn ich mich so zurückerinner glaub ich dass bei uns früher auch nie so wirklich darüber gesprochen wurde, zB was man sich vom Christkind wünscht oder so. Allerdings muss ich gestehen dass ich mich aus meiner Grundschulzeit überhaupt nur an recht wenige "Gesprächsthemen" erinnern kann. :'D

    @Enny: Hahaha XD Ja bei solchen Sachen frage ich mich dann auch immer, was die Kinder wohl denken mögen... Zu diesem Thema kann ich auch nur wärmstens diesen Cracked-Eintrag empfehlen XD
    Das mit den "Lügen" ist natürlich etwas hart ausgedrückt, das stimmt schon... mich hat es nur damals als Kind zB auch immer fürchterlich gestört wenn Erwachsene mich nicht Ernst genommen haben. oder wenn ich WIRKLICH mal etwas besser wusste als ein Lehrer, und in der nächsten Stunde nen Beweis vorgelegt hab - glaubst du die hätten sich den Fehler eingestanden? Ne, lieber weiter auf dem beharren was man gesagt hat -__- Dadurch wurde ich auch extrem auf solche Sachen sensibilisiert, jetzt zB im Studium ärgere ich mich mindestens 1x die Woche, wenn ich dies oder das lerne, warum uns damals in der Schule etwas komplett anderes oder einfach gar nichts erzählt wurde, selbst wenn wir interessiert waren und nachgefragt habn o_O
    Jedenfalls hat das dazu geführt dass ich mir sehr schwer tue, etwas falsches zu sagen wenn ich es besser weiß. Und ich denke das wäre auch ne Schwierigkeit dabei, einem Kind so eine Vorstellung zu vermitteln D:
    Kann mir grade so richtig vorstellen wie mich das Kind dann skeptisch anschaut und meint "Das glaubst du doch wohl selbst nicht!" XDD

    @Frances Ligeia: Haha, du bist Kunde bei telering? XDD Ich weiß was du meinst, mit dem schämen ^^"
    Die Vorstellung dass die befreundet sind finde ich auch gut! :D Könnten ja auch zusammenhelfen mit dem Geschenkeverteilen ^_^ Das wäre doch mal ne nette Version die man den Kindern erzählen könnte :D

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  12. Auch wenns spät kommt. hab mal in nem Blogpost geantwortet ^^

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