Thursday, January 12, 2012

Mein ganz persönlicher Wohn(alb)traum: Teil 1

Irgendwie kommt bzw. kam das Thema "Wohnen" immer wieder, auch in letzter Zeit, hier auf meinem Blog oder anderen auf, manchmal hatte jemand Fragen dazu oder schien interessiert.
Ich weiß so gar nicht das Durchnschnittsalter von euch, die ihr das hier lest, aber einige von euch sind bestimmt in einer Situation, wo sie vielleicht schon mit dem Gedanken an einen Auszug von zu Hause spielen.
Deswegen - und aus einem weiteren Grund auf den ich später zu sprechen komme - dachte ich mir, ich schreibe einfach mal meine persönlichen Erfahrungen zum Thema "Wohnungssuche" und Auszug von zu Hause hier nieder, und zwar in zwei Teilen, damit die Einträge nicht gar so lang werden ^_~

Der Plan vom Ausziehen

Den Wunsch auszuziehen hatte ich zuerst mit etwa 17 (2008). Damals war ich grad voll im Maturastress (Matura ist ja das österreichische Pendant zum Abitur), und fühlte mich in meinem 9m² Zimmer im Haus meiner Eltern vollkommen eingeengt. Ich hatte meiner Ansicht nach zu wenig Platz, allein schon für meine ganzen Lernsachen, und zog mich daher fast immer ins Arbeitszimmer (früher das Zimmer meines Stiefbruders) zurück. Da ich damals auch keinen Laptop hatte und mir den PC mit meiner Mutter teilte, schrieb ich auch Vorbereitungstexte für die mündliche (bei uns heißt das "Spezialgebiete"), Referate und alles mögliche dort am PC. Ich verschanzte mich regelrecht da drin, und hasste mein "kleines" Zimmer aus vollem Herzen und betrat es eigentlich nur noch zum Schlafen.
Hinzu kam, dass ich immer öfter mit meiner Mutter aneinander geriet. Und dabei ging es fast immer um absolute Nichtigkeiten. Wir fetzten uns einfach ständig, sobald jemand den Mund auch nur aufmachte um etwas zu sagen, gab es Streit.
Die Situation war für mich sehr schwer zu ertragen, so dass ich immer öfter zu meinem Freund "flüchtete", vor Allem nach meiner Matura, im ersten Studienjahr, war ich oft bei ihm. Länger als 3 Tage am Stück hielt ich es bei ihm jedoch auch nicht aus, da er mit seinem Vater ebenso Streit hatte, bzw sein Vater mit seiner Oma Streit hatte, und sie es "über ihn" austrugen. So hatte ich bald gar kein richtiges zu Hause mehr, da ich mich an keinem der beiden Orte mehr wirklich wohl fühlte.
Also versuchte ich meinen Freund zu überreden, auszuziehen. Ich hatte ja schon damals, als seine Schwester ausgezogen war, gehofft sie würde ihn "mitnehmen" und mit ihm zusammen ausziehen, doch das war leider nicht der Fall. Auch kostete es mich einige Überzeugungsarbeit, denn mein Freund sah eigentlich keinen Nutzen darin auszuziehen. Er empfand die Situation bei sich zu Hause als nicht so schlimm und das was ich als untragbare Konflikte empfand schien er nicht zu bemerken.
Aber irgendwann - vorrangig dank der Aussicht auf einen vielfach kürzeren Weg zur Uni - hatte ich ihn soweit, und im Sommer 2009 machten wir uns auf Wohnungssuche.


Wohnungssuche in Österreichs Hauptstadt

Dies erwies sich von Anfang an als nicht so leicht wie gedacht. Schnell meldeten sich zwei Kumpel meines Freundes, die auch im selben "Kaff" wie er wohnten, allerdings nichtmal einen Führerschein hatten und daher auch ausziehen wollten.
Ich kannte die beiden schon genauso lange wie meinen Freund, und auch die Familie. Ich dachte mir, "Okay, eine WG mit 3 Jungs, das wird vielleicht ein Abenteuer. Aber ich kenne alle drei und wenn wir uns ein bisschen bemühen schaffen wir das!" Naja... wenn ich mich da mal nicht täuschen sollte.
Wir begannen im August mit der Wohnungssuche. Das wichtigste Kriterium war, dass wir mindestens 3 getrennt begehbare Zimmer benötigten, eines jeweils für die beiden Kumpels. Ein 4. Zimmer, das ich als Rückzugsort haben könnte, wäre ideal.
Und wir suchten, suchten, suchten....
Insgesamt haben wir etwa 10 Wohnungen im Zeitraum zwischen August und Oktober besichtigt, allerdings war ich nicht bei allen Besichtigungen dabei.

Eine der ersten war eine Wohnung in der Dresdnerstraße, die also eine wirklich tolle Lage hatte (U-Bahn, Straßenbahn und Bahnhof), und wunderschön war. 3 Zimmer, ein großer Abstellraum, eine Küche mit Wasseranschluss für Waschmaschine oder Geschirrspüler. Zudem ein Balkon! Und alles top hergerichtet und nichtmal so teuer. Der Vermieter war sehr nett, und wir Smalltalkten uns die Zungen wund, um einen guten Eindruck zu machen. Am Ende der Besichtigung verabschiedeten wir uns, und er meinte er würde sich melden - tat er aber nie. Und das ist etwas, woran wir uns früher oder später gewöhnen mussten...

Da ich keine Idee hab was ich sonst für Bilder hier reinpacken könnte, ein Paar Fotos die ich damals gemacht hab. Sollte wider erwarten einer der damaligen Vermieter meinen Blog lesen (LOL) und was dagegen haben dass die Bilder hier sind, einfach bescheid sagen, ne ;D

Das warn die zwei größeren Zimmer, dann gabs noch ein kleineres und ein Wohnzimmer wenn ich mich recht erinnere.

Eine weitere Wohnung war in der nähe der erstgenannten, vollkommen überteuert (1.200€/Monat), und hatte einen äußert seltsamen Grundriss :'D Man kam rein in einen langen schmalen Gang. Nach links zweigten drei Zimmer ab, eines hatte davor jedoch noch ein fensterloses (!) etwa 9m² großes Durchgangszimmer o_O Selbst mit Licht war dieser Raum fürchterlich finster XD Außerdem hatte die Wohnung einen alten Parkettboden, dessen Pflege sehr aufwendig gewesen wäre. Daher: nichts für uns! Abgesehen davon dass sich die eh auch nicht mehr gemeldet haben.

Der "antike" Boden machte wahrscheinlich 90% des Wohnungswertes aus *lol*

Wir besichtigten auch eine rieeesige Wohnung nahe der Braunschweiggasse, das war wirklich die am weitesten vom Zentrum entfernte Wohnung von allen die wir ansahen. Die Vermieterin war sehr nett und stellte sich als Rot-Kreuz-Mitarbeiterin vor. Sie erklärte, dass in der 4-Zimmer Wohnung mit Balkon zuvor Flüchtlinge untergebracht worden waren, die Erhaltung aber zu teuer geworden war und man nun beschlossen hatte sie zu renovieren und zu vermieten, und andererorts etwas für die Flüchtlinge einzurichten. Und renoviert war sie! Die Küche war wunderschön und nagelneu, und der Preis einmalig.
Wir liebten die Wohnung. Die Zimmer waren wirklich groß, und wir hätten auch noch ein nochmal größeres Wohnzimmer gehabt. Wir bekundeten unser Interesse, meinten wir hätten die Wohnung wirklich verdammt gerne, obwohl es für drei von uns vieren einen halbstündigen Weg zur Arbeit bzw Uni bedeutet hätte. Aber wir wollten die Wohnung!
Da wir zu dem Zeitpunkt schon mehrmals die Erfahrung gemacht hatten, dass sich Vermieter nicht mehr melden nach einer Besichtigung - nicht einmal um abzusagen, was ich persönlich schon ziemlich unhöflich finde (soziale Feigheit halt...) - und ließen uns versichern (!) dass sie anrufen würde. Sie erzählte, dass sie früher als Maklerin gearbeitet hatte (und das hier nun quasi freiwillig fürs Rote Kreuz machte), und sowas nieeee machen würde da sie es unverschämt und unhöflich fände sich nicht zu melden im Falle einer Absage! Wir gaben ihr 2 unserer Nummern, sie gab uns ihre Karte, wir gingen.
Und - dreimal dürft ihr raten! Natürlich hat sie NICHT angerufen.

 Dabei war die Wohnung sooo schön....

 Das wär das Wohnzimmer geworden :)
Und das war die neu renovierte Küche! Top Ausgestattet.

Am Besten war aber wirklich der Vermieter einer wirklich tollen Wohnung in der nähe vom Augarten, völlig neu und wir wären die ersten Mieter gewesen. Einziges Manko: Sie lag im Erdgeschoss, dafür aber in einem sehr schönen Bezirk.
Was an dem Vermieter so besonders war? Nun, erstens war er sauunfreundlich, und zeigte uns ziemlich offen dass er uns nicht mochte. Er fragte uns aus was wir machen (studieren/arbeiten) und fragte auch nach den Berufen unserer Eltern o_O Der Gipfel des Ganzen war aber, als er fragte ob wir in der Lage wären Leumundszeugnisse zu bringen.
Wir waren erstmal vollkommen verwirrt und planlos, denn, nunja.... wir kannten das Wort, wussten aber nicht mal genau was das ist und wo man es herbekommt XD
Er erklärte uns dann, dass das ein Dokument ist dass beglaubigt dass man keine Vorstrafen hat und man sich dieses bei der Polizei ausstellen lassen kann o.o Ich dachte nur.... WTH. Was denkt der von uns? >_<
Ja, wir versichtern ihm zwar dass wir das bringen könnten und es kein Problem wäre, aber.... wir haben natürlich nie wieder von ihm gehört -__-

Wir nähern uns dem Höhepunkt der Geschichte. Es war ungefähr Anfang Oktober, das Semester hatte schon wieder begonnen, dabei hatten wir den Umzug eigentlich in den Sommerferien über die Bühne bringen wollen, um uns Stress zu ersparen. Wir waren schon leicht verzweifelt und gewillt, alles zu tun, um den nächsten Vermieter von uns zu überzeugen. Leumundszeugnis, Geburtsurkunde, gefälschte Religionsbekenntnisse - "Sie wollen dass ich Scientology beitrete? JA GOTTVERDAMMT ich mach's wenn ich dafür diese Wohnung bekomme!" - wir würden alles bringen was man von uns verlangte, egal wie skurril!

Wir besichtigten eine Wohnung nahe der Fridensbrücke. Die Vermieterin war eine junge Frau, eigentlich war sie die Tochter des Vermieters, der sich aber zu dem Zeitpunkt im Ausland aufhielt. Man merkte dass sie noch etwas unsicher war, aber sie war suuuuper nett und die Wohnung.... war einfach toll. Zwar etwas kleiner als andere, aber toll aufgeteilt. Es gab drei kleinere Zimmer und ein großes Durchgangszimmer, das wir als Wohnzimmer verwenden konnten. Die Küche war verdammt groß und hatte sogar einen Essplatz. Die Küche begeisterte mich sofort, und ich konnte mir förmlich schon ausmalen wie ich in der Küche stand und Muffins, Kuchen und Torten backen würde X3
Zu unserem Leidwesen teilte uns die junge Frau nach der Besichtigung mit, dass unmittelbar vor uns ein anderes Grüppchen "Interesse bekundet" hätte. Sie hatten aber offenbar noch eine andere Wohnung in Aussicht und würden ihre fixe Entscheidung erst am Nachmittag mittelen. Es tat ihr wirklich leid (ich glaub sie mochte uns) uns das zu sagen, aber natürlich ging es hier nach dem Prinzip "Wer zuerst kommt..."
Wir hofften natürlich von Herzen dass sich die Typen vor uns umentscheiden würden, gaben ihr unsere Nummer und verabschiedeten uns.
Noch am selben Nachmittag rief sie etwas zerknirscht an und teilte uns mit, dass die anderen die Wohnung haben wollten. Sie war übrigens die erste, die nicht nur leer versprochen hatte sich zu melden, und dafür bin ich ihr noch heute dankbar! 

Doch die Pointe kommt erst. Die kuschelige "Traumwohnung" mit der netten Vermieterstochter hinter uns lassend besichtigten wir unmittelbar am nächsten oder übernächsten Tag eine Wohnung direkt am Währinger Gürtel. Die Lage: Top. Ich konnte innerhalb von ~10 Minuten 4 von 5 Instituten an denen ich damals Vorlesungen hatte, erreichen, 3 davon sogar zu Fuß. (Dass mir das Aufgrund der Studentenporteste bald nichts mehr nützen würde, wusste ich damals ja noch nicht.)
Die Wohnung war ein Altbau, jedoch renoviert. 2. Stock, und die Fenster nicht direkt auf den Gürtel hinaus sondern auf eine Seitengasse. Der Vermieter erklärte uns dass es früher nur 2 große Zimmer gab, die durch zwei Wände getrennt worden waren. Zudem waren Lärmschutzfenster eingebaut worden, die effektiv vor dem Straßenlärm (der "Gürtel" ist eine sehr stark befahrene Straße in Wien) schützten. Es gab also 4 mittlere, getrennt begehbare Zimmer und ein großes Vorzimmer.... klingt doch ganz gut?
Die Miete war auch nicht zu hoch, und auch wenn die Zimmer nicht sooo groß waren.... wollten wir diese Wohnung unbedingt haben. Der Vermieter hatte kein Problem damit dass einer von uns Musiker war und zwei Raucher. Er eminte nur, wir müssen vor dem Auszug ausmalen lassen, das wär's.
"Gut" sagten wir. "Nehmen wir!"
Der Vermieter war erstmal verwirrt. Ob wir nicht nochmal drüber schlafen wollen, fragte er. Wir könnten ihn ja Morgen anrufen und ihm die Entscheidung mitteilen. Wir hätten am Liebsten gleich den Vertrag unterschrieben aus Angst dass es "Morgen" schon zu spät wäre, aber der vermieter versicherte uns, dass er uns die Zeit gäbe darüber nachzudenken.
Am nächsten Tag setzte wir uns nochmal zusammen rechneten alles durch, besahen den Vertrag... und riefen an um einen Termin für's Unterschreiben auszumachen. Rückwirkend gesehen war es vielleicht keine optimale und eine überhastete Entscheidung. Der Vertrag hatte einige Klauseln, die nicht gerade toll waren, so zB würden wir die Wohnung erst im zweiten Jahr kündigen können und nur im 2. Quartal, so dass wir bis September ausziehen müssten. Natürlich kann man nicht in die Zukunft sehen, aber wenn man Pessimist ist und sich Gedanken macht "Was wäre wenn..." dann kommt man natürlich ins Grübeln.
Hätte ich den Vertrag ebenfalls unterschreiben müssen, hätte ich vermutlich gezögert. Doch da das sowieso nicht geplant war, und "offiziell" nur die 3 dort wohnen würden (warum wir das so machten, erkläre ich weiter unten), und ich und wir eigentlich alle einfach endlich ne Wohnung wollten - entschieden wir uns für diese Wohnung. 

An jenem Tag also unterschrieben die 3 Jungs den Vertrag, und wir bekamen die Schlüssel. Wir waren so euphorisch und glücklich! :)

Aber jetzt kommt die Pointe! XD
Noch am selben Abend rief die Vermieterstochter der anderen Wohnung an, um uns mitzuteilen dass die Leute ihr nun doch abgesagt hatten, die Wohnung somit doch wieder frei wäre - und wir sofort einziehen könnten.
......
GNAAAHHH! .____. 
Wir haben uns schon ein wenig geärgert da die andere Wohnung einfach "netter" war. Dafür war "unsere" von der Lage her besser.
Im Endeffekt ist es natürlich egal, beide Wohnungen ware ungefähr gleichwertig, doch der Kontakt zur Vermietung wäre bei der anderen wahrscheinlich besser gewesen :'D Aber das weiß man auch nur schwerlich im Vorhinein.... mehr dazu erzähl ich euch aber dann im nächsten Post zu dem Thema!

...~:★:~:★:~:★:~... 

Abschließen versuch ich noch ein paar Tipps zu geben zur Wohnungssuche, ich denke einiges von dem was ich erlebt habe lässt sich universal anwenden und nicht nur auf Wien - vielleicht hilft es also weiter!

Bei der Wohnungssuche sollte man wirklich versuchen einen möglichst guten Eindruck zu machen. Ja, es klingt blöd, aber dem Vermieter gegenüber kann man sich ruhig ein bisschen verstellen um seriöser zu wirken! Band-T-Shirts, ausgelatschte Schuhe, weite Hosen - was genau einem potentiellen Vermieter ein Dorn im Auge sein wird ist natürlich schwer von vorneherein zu wissen, da ja zum Glück auch nicht alle oberflächlich sind, aber lieber einen Tick zu seriös angezogen als zu wenig! Rückwirkend gesehen kann ich mir nämlich gut vorstellen dass es zT "unser Aussehen" war, das manche Vermieter (zB den der nach dem Leumundszeugnis fragte) so auf uns reagieren ließ.

Was man aber natürlich vermeiden sollte, ist zu lügen bzw die Wahrheit verschweigen. Wenn man seriöser als sonst auftritt ist das das eine, wenn man aber Raucher ist und in der Wohnung auch Rauchen möchte und das dem Vermieter verschweigt ist das keine gute Idee. Gerade wenn es ums Rauchen geht oder zB Haustiere - alles was den Vermieter potentiell stören könnte sollte auch vorher angesprochen werden damit ihr klären könnt ob es auch okay ist. Selbes gilt für's Wändestreichen und entfernen von Möbeln die vorher schon da waren. Im schlimmsten Fall, wenn ihr sowas nicht vorher mit dem Vermeiter absprecht, behält dieser nämlich die Kaution ein, die im Normalfall das drei- oder vierfache einer Monatsmiete beträgt.

Wir griffen auf Wohnungssuche damals übrigens auf eine Art "Notlüge" zurück.
Wir hatten uns  nach den ersten Erfahrungen entschlossen die Wohnungssuche so aufzuziehen, dass ich immer nur die "Freundin die zur Begleitung mit ist" darstellte, und ließen es vor den Vermietern so wirken dass wir eine Wohnung für 3 suchten, und ich nicht Teil der WG wäre. Der Grund dafür ist der, dass es Vermieter gab die schonmal das Gesicht verzogen, wenn man verkündete man wolle zu 4. einziehen. Einige sagten schon am Telefon oder per Mail ab wenn man das sagte. Daher waren es offiziell nur noch drei WG-suchende, und somit unterschrieb ich an jenem Tag auch nicht den Vertrag. Zweiter wichtiger Gedanke dahinter: Die Frage, was passiert wenn mein Freund und ich uns zerstreiten und trennen? Zwar waren wir zu dem Zeitpunkt schon 3 1/2 Jahre zusammen, aber man konnte ja nie wissen! Und wir waren uns (gottseidank) einig dass es nur zu dummen Problemen führen würde wenn ich dann noch in dem Vertrag stünde, aber vermutlich aus der Wohnung raus wollen würde. Inoffiziell wohnte ich natürlich schon dort, hatte meine Sachen dort und zahlte zur Miete dazu.
Der Vermieter bei dem wir dan aber schlussendlich den Vertrag unterschrieben hatte allerdings auch kein Problem damit, dass ich "auch da war". Als ich erklärte dass ich nicht im Vertrag stehen würde da ich ja nur "auf Besuch bei meinem Freund" wäre und nicht wirklich fix dort wohnen würde, hatte er volles Verständnis und meinte, dass ihm das eh mehr oder minder egal wäre, und es so für uns sicher die bessere Lösung sei. Nur könnte ich mich halt nicht an dem Wohnort melden, was ich aber sowieso nicht wollte. Der Vermieter war also, im Gegensatz zu einige anderen, sehr entspannt drauf was das betraf, obwohl die Wohnung eine der kleinsten war die wir besichtigt hatten.

Die meisten kommen eh nicht auf die Idee, absichtlich etwas zu verschweigen, sind aber im Gespräch mit dem Vermieter dann so gestresst, dass sie Dinge vergessen.

Daher mein Tipp: Schreibt euch eine Checkliste mit allem, was ihr über die Wohnung wissen wollt!
Ein paar Ideen dazu:
Gibt es Wasseranschlüsse für Waschmaschine/Geschirrspüler? Wenn nein, kann man nachträglich welche verlegen?
Wie sind die Strom-/Heizkosten des Vormieters ausgefallen? Ist die Wohnung gut isoliert? Checkt das am Besten auch indem ihr mit der Hand zu den Fensterrahmen geht - ist ein Luftzug zu spüren ist das natürlich nicht so gut. Wir haben zB super tolle Lärmschutzfenster, die toll isolieren, doch die Isolierung vom Fenster zur Wand ist mies...
Wieviele Schlüssel gibt es? Besonders wichtig für WGs: Dürfen Schlüssel nachgemacht werden, wenn ja wieviele?
Welche Möglichkeiten für einen Internet-/Telefon-/Fernsehanschluss gibt es?

Abschließend kann ich euch nur sagen: Lasst euch auf nichts ein, das euch seltsam vorkommt. Wenn euch der Vermieter unsymoathisch ist - gerade wenn die Wohnung privat vermietet wird - dann lasst es lieber! Schließlich müsst ihr die nächsten 1-3 Jahre mit dieser Person auskommen. Und achtet darauf, welche Kündigungsfristen für euch UND für den Vermieter gelten, und ob diese mit eurer Zukunftsplanung zusammenpassen!


...~:★:~:★:~:★:~... 


Also, falls ihr gerade auf Wohnungssuche seid, oder plant auszuziehen, mein bester Rat: Nicht aufgeben! Und noch wichtiger: keine vorschnellen Entscheidungen treffen. Denn das kann unangenehme Konsequenzen mit sich ziehen, von denen ich euch beim nächsten Eintrag berichten werde!

10 comments:

  1. Ach ja Wohnungssuche. Habe ich in meinem Leben schon dreimal gemacht und weiß nun endlich worauf man alles achten muss.
    Übrigens ist einen Nachmieter finden echt nicht leicht! Die Leute lügen einen direkt ins Gesicht. Meine alte Wohnung hatte eine Küche mit drin, die ich für wenig Geld an den Nachmieter verticken wollte, außerdem wollte ich nicht streichen. Der Nachmieter meinte das ist alles kein Problem. Nachdem der Vertrag unterschrieben war, wollte er plötzlich die Küche nich tübernehmen und ich sollte die Wände streichen.
    Nach dem Vorfall lass ich mir alles schriftlich geben, damit ich nachher nicht mehr auf meinen Sachen sitzen bleibe.

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  2. Wohnungssuche ist immer so ne Sache. Habe es mit meiner Mutter auch 2 mal durchgemacht und vielleicht müssen wir dieses Jahr schon wieder umziehen :/ Manchmal ist es unglaublich, was die einem für Wohnungen vorsetzen für die Preise und wenn man etwas tolles findet und man denkt, man kriegt sie, melden die sich nie wieder -.-

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  3. Deine / eure Wohnungssuche klingt ja wirklich stressig. Ich wohne jetzt seit 12 Jahren nicht mehr daheim (ich werde im Mai auch schon 30) und habe immer nach maximal 2 Besichtigungen eine tolle Wohnung gehabt (Münster bzw. Münsterland. Ich bin aber auch keine Studentin sondern Krankenschwester und irgendwie vermieten einige Vermieter ja nicht gerne an Studenten (was ein Käse!!!). Aktuell wohne ich seit rund 3 Jahren mit meinem Schatz und unserer Katze zusammen in einer schönen großen Dachgeschosswohnung mit Balkon in einem Dorf bei Münster (wir wollten raus aus der Stadt).
    Wohnungssuche ist aber generell blöd, so oder so.
    Liebe Grüße

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  4. Aaaah du ahnst gar nicht was für ein Timing das ist, genial! Ich spiele momentan auch mit dem Gedanken auszuziehen, zwar wahrscheinlich erst im nächsten Jahr, aber informieren kann man sich ja nie früh genug. Danke auf jeden Fall, das wird mir sicher helfen
    Dass sich Leute nie melden fällt mir seit ich angefangen hab mich zu bewerben auch auf. Es ist ja nicht schlimm eine Absage zu bekommen, aber wenn einfach gar nicht mehr angerufen wird find ich das fies ._.

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  5. Die Wohnungssuche hat sich in der letzten Zeit wirklich verändert... Ich bin schon mit 15 Jahren von zuhause ausgezogen und bin seit dem gefühlte 100mal umgezogen, doch es wird nicht leichter - im Gegenteil. Früher hat man man gesagt "Ich brauch ne Wohnung" und hat sich aus 20 Angeboten das schönste rauspicken können. Mittlerweile ist es so (wie du ja auch selbst geschrieben hast) dass man sich schon quasi um eine Wohnung bewerben muss, denn nun gibt es anscheinend 20 Interessenten auf eine Wohnung... Will ja niemanden Angst machen damit, aber beim letzten Umzug hatten wir letztendlich echt nur Glück von einer Wohnungsbaugenossenschaft aufgenommen worden zu sein, sonst hätten wir erstmal auf der Straße gesessen!! x_x

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  6. Okay, ich bin gespannt auf Teil 2 XD denn du biist ja im Studentenwohnheim und dein Freund wieder bei sich zu Hause, wenn ich das richtig verstanden habe?
    Aber das ist krass, dass die Vermieter vor allem bei Jugendlichen so reagieren, ich glaub, hier isses nicht ganz so schlimm, aber manche stellen sich echt an...
    Und Wohnungssuche ist echt so eine Sache...als Muttern und ich so um 2005 rum in unsere Wohnung gezogen sind, wars noch nicht so krass mit den ganzen Bewerbern...hat dennoch 1 Jahr ca. gedauert....
    Ich bin mal gespannt, wie das mal wird, wenn mein Freund und ich ausziehen...

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  7. Ja, bei einem Twittergewinnspiel.
    Benutzt hab ich ihn ehrlich gesagt nicht, da ich auch "Angst" vor den Schmerzen hab xD"
    Da benutz ich doch lieber meinen Nassrasierer..^^

    Ich hab zwar jetzt nicht komplett alles gelesen (grad leider wenig Zeit), aber ich kenn das auch ^^
    Wir hatten mit unserer Wohnung auch richtig Glück und ich bin froh, dass ich so viel "genervt" hab, dass wir sie dann auch bekommen haben :D
    Leider haben wir keinen Balkon und dürfen keine Katzen halten, aber dafür is die Miete suuuuuper wenig (im Gegensatz zu vergleichbaren Wohnungen in Hamburg ^^).

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  8. Ogott...ich weiss wie es dir erging! Es ist irgendwie voll schwer eine Wohnung zu kriegen! >.< *heul* Aber hey, es kommt alles immer so wies kommen muss ne! Wenn die eine nicht kriegst kommt evtl. eine bessere :D aber schön hats doch geklaptt! :D

    Danke für deinen Kommi übrigens! Also ich möchte mich nicht mit Freunden treffen, weil sie mich halt wirklich runterziehen...jetzt nicht weil sie schlecht drauf sind, sondern weil sie mit ihrem "perfekten" Leben mich runterziehen tun oder mich mit anderen vergleichen..."die hats schon geschafft" oder "japan war sooo toll" usw. Ich meine, ich kanns nicht mehr hören und kann das in meiner jetzigen Situation nicht gebrauchen... nicht dass ich mich für meine Freunde nicht freuen kann, ...es macht mich einfach nicht glücklich momentan zu hören, dass ich (indirekt) versage...! Sie kennen zwar meine Situation auch nicht wirklich, bzw. verstehen diese nicht!

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  9. nicht böse sein, aber warum musst du denn immer diese sätze in klammer und grauer schrift einfügen??
    wenn etwas wichtig ist - schreiben.
    wenn nicht - weglassen.
    aber das nervt und ist außerdem absolut unleserlich auf vielen bildschirmen.

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  10. Freut mich dass der Eintrag Interesse gefunden hat :D

    @Leeri: Ja ganz genau, ich bin am WE und in den Ferien bei ihm aber sonst im Wohnheim.

    @Anon: Öhh das hat mit wichtig oder unwichtig nichts zu tun. Ich schreib nur oft sehr lange, verschachtelte Sätze, daher habe ich mir das der Übersicht halber angewöhnt. Wenn also mal ein Satz wirklich so verwurstet ist dass man den Überblick verliert kann man ihn einfacher ohne die Klammern lesen. So gesehen - ja das was in den Klammern steht ist eben die weniger wichtige, zusätzliche Info.
    Dass man das aber schlecht lesen kann höre ich grad zum ersten mal und es tut mir leid, mir ist das bis dato nicht aufgefallen da ich auf allen PCs wo ich meinen Blog bisher aufgerufen hab, es gut lesen konnte und auf meinem alten sowie neuen Handy auch =) Sowas kommt halt auf die Bildschirmeinstellungen an...
    Aber zu deiner Beruhigung - wenn es nervt, und sowieso unleserlich ist, dann kannst du es einfach getrost ignorieren, denn wie schon erwähnt ist es meist zusätzliche Info oder Details. Ansonsten kann ich ja mal versuchen es heller zu machen. Obwohl ich das glaub ich sogar schon mal versucht hab, und das sah widerum bei meinem Bildschirm etwas hässlich aus, daher habe ich es bisher immer so mit der Schriftgestaltung gehalten...

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