Wednesday, June 27, 2012

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Gestern war mein letzter Tag an der Uni.

Für die nächsten 8 Monate zumindest.
Ich habe viel gelästert und viel gejammert (und auch geweint) über die Menschen, den Unterricht und  generell alles was mit meinem Leben in Krems zu tun hatte.
Aber gestern, als es hieß, von meinen Mitstudenten, Dozenten und meinem eigenen kleinen Reich, meinem Zimmer im Wohnheim, Abschied zu nehmen, wurde ich dennoch traurig.

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Ich habe nämlich erkannt, dass mir das alles doch irgendwie sehr viel bedeutet und am Herzen liegt.
So nach dem Motto "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile". Auch wenn ich einige Leute vielleicht für doof halte oder unhöflich, oder undankbar oder überemotional oder hinterhältig - irgendwie werde ich die "Truppe" schon vermissen.

In gewisser Weise war dieser Abschied heute fast so etwas wie eine Generalprobe. Denn nächstes Jahr um diese Zeit heißt es Abschied nehmen für (vielleicht) immer. Nächstes Jahr um diese Zeit sind wir "Bachelors of Science" und viele werde ich danach höchstwahrscheinlich nie wieder sehen.

Mit diesen Leuten zu lernen, zu arbeiten und zu leben hat mir so vieles gezeigt. Ich habe viel gelernt über andere, mich selbst, Dinge über das vermeintliche Erwachsen sein und wer und wie ich selbst sein will.

Ich habe zum Beispiel auch erkannt dass meine Persönlichkeit mich selbst viel zu sehr beeinträchtigt dabei, vielleicht grandios tolle Menschen kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen - im realen Leben. Im virtuellen Leben stehe ich mir weniger im Weg und habe ja schon bereits einige solche Bekanntschaften gemacht. Im echten Leben lasse ich mir solche Gelgenheiten aber immer wieder entgehen, auch durch meine Schüchternheit (von der mir kaum jemand glaubt dass sie existiert, aber sie ist nun mal da....) 

Ich hatte mir fest vorgenommen an der FH Freundschaften zu schließen, nur irgendwie hat es nicht geklappt. Und das ist ganz allein meine Schuld, weil ich mir selbst zu sehr im Weg stehe.
Ich will nicht länger nur dasitzen und zusehen wie alles an mir vorbeizieht!
Ich will nicht noch mehr Menschen in meinem Leben haben, bei denen ich es bereue sie nicht näher kennen gelernt zu haben, weil ich sie nett und interessant fand.

Letztes in Krems aufgenommenes Camwhoring Foto.... ^^"

Ich bin jetzt wieder in Wien - noch 2 Monate, dann heißt es schon wieder Abschied nehmen. Ich kann es kaum glauben dass es schon so bald los geht... ich bin nicht sicher ob ich mehr Vorfreude oder Angst verspüre.
Auch wenn sich am Ende ja doch immer irgendwie alles zum Guten wendet, mache ich mir doch einige Sorgen was nicht doch alles schief gehen könnte .___.

Jedenfalls habe ich mir für den Sommer viel vorgenommen. Vor Allem auch Dinge die nichts mit virtuellen Welten zu tun haben ^^"
Mehr Zeichnen. Mehr rausgehen. Ordnung schaffen in meinem Leben (der Anfang ist ja schon gemacht durhc meine Aufräumaktionen in den letzten Tagen). Zum Friseur gehen. Bloggerpicknick. Ein Klassentreffen organisieren und die Leute von früher wieder sehen ♥
Zur AniNite gehen! :D

Urlaub ist diesmal keiner geplant, ich habe genug zu tun wegen Finnland und auch kein Geld um irgendwo hin zu fahren. Zumal ich noch nicht weiß ob ich ERASMUS oder mein Stipendium überhaupt bekomme. Das wird sich alles erst noch herausstellen.

Irgendwie fühle ich mich schon jetzt total in Aufbruchstimmung, bin aber zugleich auch wahnsinnig Sentimental und hänge mit meinen Gedanken ständig in der Vergangenheit. Ich glaube es ist ganz gut dass ich bald weg bin und etwas Abstand von der vermeintlichen Normalität hier bekomme. Ich freue mich darauf weg zu fahren, ich freue mich darauf wieder nach Hause zu kommen, und ich freue mich auf die Zukunft. Aber wie schon erwähnt lautet der Vorsatz, auch die Gegenwart schätzen zu lernen, und darauf werde ich mich jetzt konzentrieren :)

Und was habt ihr so im Sommer geplant?

10 comments:

  1. Wow, allein schon das Lesen gibt einem das Gefühl, sich selbst von allem verabschieden zu müssen! Ach, was rede ich da, ich tu das ja sogar! Demnach kann ich das sehr gut nach empfinden, wie es dir geht, was dir so durch den Kopf geht... wobei es natürlich schon eine andere Sache ist, gleich einen ganzen Lebensabschnitt hinter sich zu lassen, sobald du den BSc. hast...

    Ich denke auch, dass Finnland dir sehr gut tun wird, wenn es darum geht, dich weiterhin mit dir selbst auseinander zu setzen. Du wirst ja quasi ins kalte Wasser geschmissen, bist "gezwungen", dich dort einzufinden... da du sowieso erstmal nur für ein paar Monate dort bist, müsstest du auch keine Angst haben, irgendwas total zu versemmeln, wenn es um menschliche Beziehungen geht. Du kannst dir ja immer sagen "Ich bin sowieso bald weg!"... Finnland ist also DIE Gelegenheit dich im Freundschaften aufbauen und Leute näher kennenlernen zu erproben. :)

    Naja, mein Sommer fängt gegen August an, wo es für 2 Tage nach Wien geht ;D und für ne Woche nach Paris... un dann geht schon der Stress los wegen Uni...

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  2. Ich denke es ist ganz normal, wenn man an einer Kreuzung im Leben ankommt, sich noch mal in alle Richtungen umzuschauen - und auch wenn es nicht mehr zurückgeht, darf man trotzdem noch mal über die Schulter schauen ^_^

    Nutze deine Aufbruchstimmung für den letzten Schubser den du brauchst um im Leben anzukommen!! Flieg los kleiner Schmetterling ;D

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  3. Hehe, ich kann dich so gut verstehen! :)
    Aber Finnland wird sicherlich toll werden und du wirst eine tolle Zeit haben! :)
    Wir sehen uns dann sicherlich in Finnland, hoffe ich!

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  4. Hallo, ich gehe auch ins auslandssemester aber nach.mexiko und kann deine gefühle gut nachvollziehen, wie geht es denn deinem freund damit? ich glaub für den 'zurückgebliebenen ist das ganze wohl noch ein ticken schwieriger, ich mache mir grad sehr gedanken um meinen freund :( wie siehdt du das?

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  5. Hey,

    ach wie gut ich das kenne, mein Wohnheimzimmer sah ganz ähnlich aus. :) Man lässt ja dann doch viele Erinnerung, ob gute oder schlechte, hinter sich. Ich hab zwar nie ein Auslandssemester gemacht, stelle mir Finnland aber wahnsinnig spannend vor. Und was das Freunde finden angeht ... nur Mut. Oft trauen die anderen sich auch nicht ;-)

    LG Shila

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  6. Gruselig, wie sehr du in diesem Post meine eigenen Gedanken beschreibst...
    Ich befinde mich zurzeit auch in einer Abschied-nehm-Phase. Von den ersten Leuten musste ich mich bereits verabschieden, als das Praxissemester angefangen hat und dafür viele meiner Kommilitonen woanders hin gezogen sind. Der Abschied von den restlichen Uni-Leuten kommt dann spätestens zum nächsten Semester. Mich macht das traurig, weil ich weiß, dass ich einige von ihnen vielleicht nie wieder sehen werde. Und ich ärgere mich dabei genau wie du darüber, dass ich nicht in der Lage war enge Freundschaften zu knüpfen. Eben solche, bei denen ich sicher sein könnte, dass man sich auf jeden Fall wieder sehen wird, auch wenn man nach dem Bachelor getrennte Wege geht. Rückblickend betrachtet hätte ich bestimmt die Möglichkeit dazu gehabt, aber so etwas realisiere ich üblicherweise erst, wenn es zu spät ist...
    Auch die Aufbruchstimmung kommt mir so bekannt vor. Ich würde mir am liebsten jetzt schon eine neue Wohnung suchen und direkt umziehen, dabei sollte ich mit meinen Gedanken doch besser in der Gegenwart sein. Im Sommer muss schließlich noch die BA fertig werden, das sind zurzeit meine einzigen Pläne^^

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  7. Klar wird man irgendwie oft sentimental, wenn alles vorbeigeht. Aber freu dich auf neue Herausforderungen, das wird bestimmt toll :) und das Foto von dir sieht so schön aus :)

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  8. ich musste gestern auch abschied von meiner klasse nehmen, mir fiel es auch echt schwer.
    wenn man nach längerer zeit etwas abschließen muss ist das echt hart, aber man hat dafür die chance etwas anderes neu anzufangen und fehler die man in der vergangenheit gemacht hat, in zukunft besser zu machen. ^_^

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  9. ich glaub manchmal ist es gar nit gut sich so sehr einen kopf drum zu machen was die person jetzt von einem denken könnte ;) du wirst merken, dass die meisten das überhaupt nit denken was du glaubst zu denken. geh einfach ein bisschen mehr auf die menschen zu die du für interessant hälst. und wenn du auf die "schnauze" fliegst, jo mei.. der nächste wird dich mehr schätzen. das ghört zum leben dazu. und wennst aus finnland wieder kommst, dann wirst sehn, alles wird wie neu sein :)

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  10. Ich fürchte mich auch davor - wenn wieder ein Lebensabschnitt vorbei ist, man wieder ein neues soziales Umfeld bekommt... und so manche Leute einfach nicht mehr jeden Tag sehen kann.

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