Thursday, July 19, 2012

Rant of the day: Böse Pharmakonzerne!

Heute muss ich mal einen kleinen Rant an dieser Stelle verfassen, denn vor ein paar Tagen habe ich auf facebook in der Gruppe "Science Dump" , welche sonst eigentlich immer wieder für ganz nette Themen oder schöne Bilder gut ist - dieses Bild entdeckt:

Und mein erster und eigentlich einziger Gedanke dazu war:
Nein. Einfach nur: NEIN.
Wer meinen Blog kennt, weiß was ich studiere und wie ich zur Wissenschaft stehe. Vielleicht wisst ihr ja auch, was genau ich eigentlich studiere, nämlich "Medizinische und Pharmazeutische Biotechnologie".
Dabei hatte ich auch einige eher "industriell" angehauchte Fächer, wo es z.B. darum ging wie Medikamente hergestellt werden, welche Bereiche in der Forschung/Entwicklung von Medikamenten im Moment sehr gefördert werden und wo viele Fortschritte gemacht werden, und unter anderem auch, wie so ein Zulassungsprozess eines neu entdeckten Medikaments abläuft.

Wenn man sich damit ein bisschen beschäftigt (und ich musste das mehr als mir lieb war, denn in deinem dieser Fächer hatte ich eine Nachprüfung...) dann erfährt man, dass die Entwicklung eines Medikamentes, von den ersten Tests mit der Frage "Wirkt diese Substanz?" über zahlreiche weitere Tests und Studien bis zum Markteintritt nicht nur wahnsinnig lange dauern kann (normalerweise um die 12 Jahre) sondern auch wahnsinnig teuer ist. Hinzu kommt, dass viele potentielle Medikamente es gar nicht erst so weit schaffen, und wenn es schlecht läuft schaffen sie es sogar fast bis auf den Markt, nur um ganz am Ende dieser Zulassungsphasen abgelehnt zu werden, nachdem bereits mehrere Millionen in die Entwicklung gesteckt wurde.

Deswegen regt es mich ehrlich gesagt ziemlich auf, wenn Menschen sich darüber beschweren dass "die Pharmaindustrie" ja so raffgierig und profitgeil sei. Man sollte dabei nämlich schon bedenken, dass die Firmen (wie im übrigen alle anderen Firmen auch, aber dazu gleich mehr) streng kalkulieren müssen, um auf dem Markt zu überleben. Das sieht man vor Allem daran, dass kleinere Pharmafirmen immer mehr im schwinden sind, weil sie entweder pleite gehen oder sich von größeren Firmen aufkaufen lassen, um so mehr finanzielle Sicherheit zu haben.

Diese ganzen Tests und Studien die gemacht werden müssen, bevor ein Medikament zum Verkauf freigegeben wird, sind gesetzlich bindend und haben den Sinn die Patienten zu schützen. Diese Studien passieren - müssen passieren - zu unserem Wohl, damit so etwas wie z.B. mit Contergan nie wieder passiert.

Ich streite natürlich nicht ab, dass es Menschen gibt, die ihre Macht dazu missbrauchen, auf menschenverachtenden Wegen Profit zu erreichen, in ihre eigene Tasche wirtschaften und nicht auf das Wohl der Firma als Gesamtheit, der Mitarbeiter und Kunden zu achten - aber diese Menschen gibt es immer und überall, nicht nur in der Pharmaindustrie!

Glaubt man etwa auch, Apple bringt alle paar Monate einen neuen iDerp heraus weil sie so herzensgut und freundlich sind? Glaubt das ernsthaft jemand? Glaubt jemand, die Filmindustrie bringt Remakes (und Re-Launches) von erfolgreichen Filmen weil es ihnen nur darum geht die Fans glücklich zu machen? Oder dass die Mode-Industrie aus reiner Herzensgüte jedes Jahr anders aussehende Klamotten auf den Markt bringt? Ist ein Teil der Menscheit wirklich so naiv?

Selbst die verdammte Zahnpastaindustrie hat schon vor Jahrzehnten auf simple Tricks zurückgegriffen um mehr Profit zu erreichen, nämlich indem sie in den Fernsehwerbungen für ihre Produkte viel größere Portionsmengen zeigte, als tatsächlich für eine gründliche Reinigung notwendig sind. In unseren Köpfen festigt sich allerdings das Bild aus der Werbung, wo der ganze Bürstenkopf schön mit Zahnpasta bedeckt ist, und durch den gesteigerten Verbrauch steigen natürlich auch die Umsätze.

Die Pharmaindustrie ist sicherlich nicht "gut", denn keine Industrie ist nicht auf Profit aus, nicht einmal NGOs können es sich leisten "nur gut zu sein" sondern müssen ebenfalls mit ihrem Budget haushalten und sparen wo es geht, um das erreichen zu können was sie sich zum Ziel setzen, sind daher also im Grunde genommen zwar auf keinen finanziellen, aber irgendwo doch materiellen oder ideellen Profit aus.

Die Pharmaindustrie ist jedoch auch nicht "böse", wie es manche Menschen aber offenbar glauben.
Es ist eine Industrie, die sich am "Markt" orientiert, und das unschöne ist, dass der Markt die Krankheiten der Menschen sind. Daher ist es nur verständlich, dass man sich, wenn man vielleicht selbst krank ist, oder kranke Menschen in seinem Umfeld hat, denen nicht geholfen wird oder werden kann, von dieser Industrie betrogen fühlt. Aber die Industrie alleine ist daran nicht Schuld.
don't get me started on pharma! when pray tell was the last time anything was "cured"? not on pharma's watch! then the cash cow dries up! i believe it was polio, cause the president had it and made it a goal, back then people weren't paid off, back then there were no "cash incentives" to keep a condition at bay with expensive drugs, back then it was about the cure, are you saying there is no cure for aids cause its not cureable yet, or could it be the billions of dollars made on the very expensive drugs that "keep it at bay?" a good analogy is the pantyhose companys, back in the 70s when we all wore pantyhose, they knew how to make the ones that didn't "run", but were shut down by the companys as there would be no profit in that, you were held hostige by profiteers, as you are today, held hostige by pharma and there profiteers. don't be so nieve as not to see this!

Abgesehen von den zahlreichen Tipp- und Schreibfehlern ließ ich mich durch diesen Kommentar einer facebook-Userin (auf meinen Kommentar hin, der eine Kurzversion des oben beschriebenen war) zu einem spontanen headdesk hinreißen, denn was sie schrieb ist wirklich hirnzerreißender Unfug.

Das fängt schon bei Polio an. Polio ist nicht "cured", nicht "heilbar" oder "geheilt" in dem Sinne, denn wie die meisten viralen Infektionen ist die Krankheit einfach ein Arschloch. Was es allerdings gibt ist eine Impfung, und durch eine Durchimpfung der Bevölkerung konnte man eine weitgehende Ausrottung der Krankheit erreichen. Der Grund, warum in den 50ern und 60ern so vehement nach einem Impfstoff geforscht wurde war schlicht und ergreifend der dass es unfassbar viele Fälle von Kinderlähmung gab. So what's the problem? 

Es fängt einfach schon bei einer verzerrten Wahrnehmung und mangelndem Wissen über das worüber man redet an: Weiter geht es mit dem schönen Beispiel AIDS. Wobei ich es besonders gerne habe wenn Leute diskutieren, augenscheinlich ohne den Unterschied zwischen AIDS und HIV zu kennen. HIV steht für "human immunodefficiency virus" und somit wären wir auch wieder beim Thema Arschlochkrankheiten, denn Viren sind grundsätzlich Arschlöcher. Dieses hier ein ganz besonderes, denn es hat die Gabe sich im Körper zu verstecken, an Stellen wo es von keiner bis dato bekannten Medikation gefunden und vernichtet werden kann (wobei es auch hier - man höre und staune - bereits Fortschritte gibt, die "versteckten" infizierten Zellen ausfindig zu machen). Und SELBSTVERSTÄNDLICH gibt es noch kein Heilmittel gegen HIV-Infektionen, weil man einfach noch keines gefunden hat. Die erste Firma, die ein Patent für ein HEILMITTEL gegen HIV patentiert, würde dank dem Patentrecht wie es für medizinische Produkte gilt für die nächsten Jahre wahrscheinlich mehr Geld machen als alle anderen Firmen die viral Suppressionstherapien anbieten zusammen. Nur ist HIV eben ein Arschlochvirus und nicht so einfach zu fassen zu bekommen.
Selbes gilt übrigens für Herpes, das schon wesentlich länger bekannt und ebenfalls noch nicht "heilbar" ist, weil es sich auch "versteckt".

Gerne kann man das auch mit Krebs vergleichen, eine Krankheit deren Symptomatik und "Mechanismus" schon um einiges länger bekannt ist als bei AIDS, und an der auch schon länger geforscht wird. Statistisch gesehen gibt es sicherlich einige unter meinen Lesern, die einen oder mehr Menschen kennen, die im Laufe ihres Lebens an Krebs erkrankten. Und vielleicht sind einige "alt genug", wenn man das so sagen kann, um mitbekommen zu haben, wie sich die Wahrnehmung von Krebs in unserer Gesellschaft verändert hat, vor Allem für die Betroffenen.
Krebs ist schon lange kein "Todesurteil" mehr. Das liegt zum einen daran, dass man, ähnlicher eine "Impfaktion", vermehrt Wert darauf legt dass die Menschen informiert sind darüber, was Krebs erregt (hat vor 20 Jahren wohl jemand die Farbe auf meinem Babyspielzeug auf Blei getestet, oder das Plastik von Schnullern auf Weichmacher?), und zum anderen, wie dieser frühzeitig erkannt und behandelt werden kann. Und selbst bei Fällen die bereits weiter fortgeschrittene Stadien erreicht haben, kann Krebs oftmals dennoch geheilt werden, oder zumindest so weit zurückgekämpft, dass die betroffene Person noch Jahrzehnte vor sich haben kann.
Nicht jede Art von Krebs ist gleich - das liegt in der Natur der Krankheit, aber im Gegensatz zu vor 15, 20 oder 40 Jahren sind die Chancen, den Krebs "zu besiegen" wie man so schön sagt, heute deutlich höher, und das ist sicherlich nicht von alleine passiert, sondern ein Resultat von jahrzehnterlanger Forschung.

Pantyhoses, also Strumpfhosen, sind in der Tat ein interessantes Beispiel, das sich endlos fortspinnen lässt. Einwegrasierer. Billigkugelschreiber. Pad-Kaffeemaschinen. Macht die Welt zu keinem besseren Ort, bringt Profit für die Konzerne, aber ist für uns als Verbraucher trotzdem tragbar (sonst würde es ja nicht gekauft). Immerhin sind unsere Strümpfe nicht aus Seide und wenn wir wo hängen bleiben und sie reißen (was ja auch die aus Seide getan haben) ist es kein Drama. Im Übrigen Besitze ich ein Paar sehr gute Strümpfe, die ich schon seit Jahren trage, und bis auf ein kleines Loch dass ich mit Nagellack eindämmen konnte, absolut unbeschadet ist.
Wir sind eine Wegwerfgesellschaft, und das nutzt "die Industrie" natürlich aus, denn seien wir mal ehrlich, uns stört es nicht, wenn wir Strumpfhosen nach dem dritten Tragen wegwerfen, wenn wir alle paar Wochen beim Rasierer mit einem Klick die Klinge wechseln können und diese nicht auf altmodische Art und Weise wetzen müssen, wir sind froh dass wir Produkte gebrauchsfertig bekommen weil in unserer heutigen Gesellschaft kein Platz und keine Zeit ist für Zeitaufwändiges. (Und es ist ja nicht so, dass man nicht die Wahl hätte, ich kenne zB jemanden der sich den Kaffee mit der Mühle mahlt und in der Espressokanne kocht)
Der Verleich zur Pharma-Industrie hakt jedenfalls, denn im Schluss müsste das bedeuten dass diese ihre Produkte anbietet um Menschen krank zu machen, und das - bei allem Respekt für Verschwörungstheoretiker - kann jeder persönlich verneinen der schon mal ein wirksames Schmerzmittel oder Antibiotikum genommen hat.

Und das ist der springende Punkt, der zurück zu dem Bild führt.
Die Industrie alleine zerstört keine Menschenleben, die Industrie alleine macht kein Individuum abhängig von Schmerzmitteln oder sonst etwas. Die Industrie produziert Medikamente, die auf dem Markt zugelassen sind weil sie den Menschen bei einem bestimmten Symptom, einer bestimmten Krankheit helfen können.
Ein Arzt, der zu Hohe Dosen verschreibt, trägt Mitschuld, wenn jemand abhängig wird. Ein Umfeld, dass nicht erkennt dass etwas schiefläuft und jemand in eine Abhängigkeit rutscht, ist Mitschuld. Ein Patient, der nicht merkt dass er in die Abhängigkeit rutscht, der sich keine Gedanken macht was er da frisst, der keine Eigenverantwortung trägt - trägt Mitschuld.

Nicht umsonst gibt es diese kleinen Zettelchen in den Schächtelchen mit den Pillchen - diese sind dazu da dass DU als Patient diese Information LIEST und dir darüber im klaren bist was du da schluckst. Wenn du es nicht verstehst, musst du deinen Arzt fragen. Wenn du merkst, dass du dich schlecht fühlst, solltest du die Nebenwirkungen studieren und deinen Arzt um Rat fragen. Wenn du deinem Arzt nicht vertraust, musst du den Arzt wechseln.

Zu einer Abhängigkeit gehört mehr als einfach nur die Verfügbarkeit einer Substanz. Man wird ja auch nicht alkoholabhängig nur weil man einen Weinkeller hat. Man wird auch nicht nikotinsüchtig weil der Partner raucht und immer Zigaretten im Haus sind. Jeder Mensch hat einen freien Willen, und die Möglichkeit sich zu entscheiden - will ich das zu mir nehmen oder nicht?

Natürlich ist es schwer, wenn man chronische Schmerzen hat, ohne Schmerzmittel auszukommen. Das verlangt ja auch keiner. Süchte, die aus solchen Situationen entstehen sind ohne Frage sicherlich nicht schön für den Betroffenen, doch die Frage ist, ob sie wirklich ein Problem sind. Wenn das Schmerzmittel weiterhin wirkt und benötigt wird, weil Schmerzen da sind, dann ist es doch okay. Wenn es nicht mehr wirkt, dann wird ein verantwortungsbewusster Arzt eine Alternative für den Patienten finden. Wenn die Kommunikation zwischen Patient und Arzt funktioniert, und der Arzt Verantwortung für den Patienten übernimmt, und der Patient die Verantwortung für sich selbst, dann gibt es da doch kein Problem.

Eine Industrie verursacht keine Sucht.
Genauso wenig wie die Winzer in Österreich schuld an den vielen Alkoholikern sind. Genausowenig wie die Lebensmittelindustrie nicht Schuld am Übergewicht der Bevölkerung ist, und  (obwohl ich sie nicht gerne in "Schutz" nehme) die Tabakindustrie, nicht zuletzt seit es nicht einmal mehr Tabak-Werbung gibt, nicht alleine Schuld hat daran dass es Menschen gibt die sich mit Nikotin vergiften.
Die Entscheidung, die WAHL, liegt immer beim Verbraucher, beim Nutzer, beim Patienten - will ich das, brauche ich das, sollte ich das? Diese Fragen sollten wir uns öfter stellen anstatt die Schuld und Verantwortung von uns zu Weisen und die Schuld woanders zu suchen.

Normalerweise interessiert mich immer sehr, was andere Leute zu einem Thema zu sagen haben. In diesem Fall muss ich leider zugestehen, dass meine Meinung zu dieser Sache doch ziemlich gefestigt ist. Wenn ihr meint, die Pharmaindustrie sei durchtrieben und böse, ist das eure Sache, aber ich für meinen Teil vertrete die oben genannte Meinung, und glaube das dies ein Thema ist, bei dem es nicht einfach nur "schwarz und weiß", "gut und böse" gibt.
Im Übrigen bin ich der Meinung, wenn jemand einen Konzern haben will, der Menschenleben zerstört und tötet, dann stürze man sich auf die Tabakindustrie. Denn im Gegensatz zur Pharmaindustrie kommt von dort wirklich GAR NICHTS Gutes.

19 comments:

  1. Wow, was für ein langer, aber durchaus lesenswerter Text!
    Im Grunde habe ich bei dem Bild das gleiche gedacht wie du: Die Pharmaindustrie zwingt doch niemanden, irgendwelche Pillen zu schlucken. Oder andersrum, wie du es gesagt hast: Diese Pillen (Schmerzmittel, Schlafmittel etc) haben ja eigentlich, im richtigen Fall und in der richtigen Dosierung, eine positive Wirkung.

    Ich hätte es aber niemals so fundiert untermauern können wie du, und deswegen fand ichs sehr interessant, da mal einen Einblick zu bekommen. Der war zwar jetzt subjektiv, aber für mich sehr schlüssig und logisch!

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    1. Oh, vielen Dank! Es hat mich ehrlich gesagt überrascht dass es sogar Leute gibt die da so denken wie ich, im Alltag erlebe ich nämlich öfters eher das Gegenteil :'D

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  2. "Selbst die verdammte Zahnpastaindustrie hat schon vor Jahrzehnten auf simple Tricks zurückgegriffen um mehr Profit zu erreichen, nämlich indem sie in den Fernsehwerbungen für ihre Produkte viel größere Portionsmengen zeigte, als tatsächlich für eine gründliche Reinigung notwendig sind. In unseren Köpfen festigt sich allerdings das Bild aus der Werbung, wo der ganze Bürstenkopf schön mit Zahnpasta bedeckt ist, und durch den gesteigerten Verbrauch steigen natürlich auch die Umsätze."

    Um ehrlich zu sein war mri das nie bewusst xD Aber ich verwende seit ich klein bin immer nur wenig Zahnpasta. etwa eine Erbse. Und mir sind meine Zähne nicht ausgefallen ^^

    Ich finde die Aussage aber auch ziemlich dumm... Dann könnte ich bei mir daheim beginnen und sagen unser Heurigen ist schuld an Alkis. *kopf meets tischplatte*

    Zuerst mal die Dosis macht das Gift, weswegen auch jeder gesunder Menschenverstand einer Überdosis aus den Weg geht. Und wer es liest und sich nicht dran hält, ist ein Idiot. Punkt.

    Und das zweite: die wirklich interessanten Sachen für solche Menschen sind rezeptpflichtig und bei vielen Apotheken gibts ohne Rezept nichts! (gut die Pille bekommt man, aber ich bezweifel, dass sich jemand 21 Tabletten voller Hormone reinpumpen will xD)

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    1. Also ich bekomm die Pille auch nicht ohne Rezept, nirgendwo o_O Und hinzu kommt (wo ich auch erst erfahren musste, dass das NICHT selbstverständlich ist), dass mein Frauenarzt mich zuerst einen Bluttest machen ließ, bevor er entschied welche Pille ich nehmen soll. Da merkt man mMn dass es ein guter Arzt ist der sich Gedanken macht, Klar kostete es ein wenig extra, aber ich finde es gut dass das gemacht wird, dachte zunächst auch dass das immer so ist, aber laut einer Freundin nicht o.o

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  3. Stimme dem insoweit zu,denke aber auch,dass die Werbung und Pharmaindustrie schon für eine gewisse Abhängigkeit in gewissen Bereichen sorgt,indem sie Sachen anprangert als "essentiell" wie zum Beispiel Vitamine und daher tausend Vitaminpräparate auf den Markt schmeißen dir wir schlichtweg nicht brauchen weil wir so zugepumpt werden mit Vitaminen im Essen usw.
    Das sorgt dann in so Fällen schon für eine gewisse Abängigkeit weil sich die Menschen denken oh nein ich könnte mangelernährt sein ich brauch das jetzt zusätzlich zu meiner Ernährung...klar steht immer drauf,dass das keine ausgewogene Ernährung ersetzen kann aber das kommt in den Köpfen der Verbraucher nicht an zumal es dann auch wieder heißt dass diese Vitamine genauso gut wie normale Vitamine sind...alles sehr verwirrend und intransparent in meinen Augen:/

    Was mich aber auch stört ist das zwar so viele Tests gemacht werden aber scheinbar jedes Jahr tausend Sachen dann als "krebserregend" "leberschädigend" oder sonst was angeprangert und herabgestuft werden...ich fühle mich da als Verbraucher schlichtweg verarscht und weiß es aber leider nunmal nicht besser weil ich sowas nicht studiere und überall Halbwissen kursiert.

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    1. Lebensmittelzusatzstfoffe fallen aber nicht unter Arzneimittelgesetze und verlangen daher keine solchen Zulassungsprozeduren. Daher darf jeder "Mist" verkauft werden, und wie auf Lebensmitteln ("Gut für die Abwehrkräfte!" oder "Regt dieVerdauung an!") darf auch auf diesen Verpackungen dann aller möglicher Blödsinn mehr oder minder ungestraft draufstehen. In Industrieländern ist es ziemlich unnötig Vitaminpräparate zu sich zu nehmen, abgesehen davon dass der Tagesbedarf an den meisten Vitaminen so gering ist dass man ihn teilweise sogar mit Junkfood decken kann. Viele Leute wollen es sich bloß "einfach" machen und glauben diese Tabletten sind ein guter Ersatz für eine gesunde Ernährung. Ich finde aber da ist schon auch widerum die Eigenverantwortung gefragt, dem mal kritisch gegenüberzustehen und sich zu fragen "Bringt das überhaupt was, was ich da in mich reinschütte?"
      Abgesehen davon dass mir noch nie aufgefallen wäre dass dafür Werbung gemacht wird o_O Aber gut, ich bin ziemlich Werbungsresistent, vielleicht hab ich es einfach noch nie bemerkt.

      Was meinst du denn mit "Sachen"? Medikamente werden wegen so etwas normalerweise nicht gleich zurückgerufen. Leberschäden oder andere Organschäden werden je nach schwere der Krankheit, die behandelt wird, oftmals als Nebenwirkung in Kauf genommen. Dabei geht es darum dass die positive Wirkung des Arzenimittels die negativen Nebeneffekte aufwiegen muss, so zB wenn eine sonst tödliche Infektion abgewehrt werden kann, dann nimmt man das Risiko der Leberschäden in Kauf, da es besser ist als tot zu sein.

      Grundsätzlich kann man alle bekannten Nebenwirkungen in der Packungsbeilage nachlesen, und wenn man sich wo nicht sicher ist kann man ja auch den Arzt fragen. :)

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  4. Ich teile deine Meinung zur Pharmaindustrie, auch wenn ich dem Ganzen gegenüber vielleicht noch ein bisschen kritischer eingestellt bin in Hinsicht auf den Lobbyismus der Industrie und die Folgen, die das etwa auf die Preisgestaltung hier in Deutschland hat. Da liegt schon einiges im Argen.

    Davon abgesehen darf man aber auch nicht vergessen, welche Verantwortung die Pharmafirmen haben. Einige Beispiele hast du ja bereits genannt, die schließlich zu den langwierigen Tests für Medikamente geführt haben.

    Dann gibt es da aber auch Beispiele, die greifen weniger bei der Forschung an, als viel mehr beim Marketing der jeweiligen Firmen. Wusstest du z.B., dass viele Menschen in Japan glauben, eine Depression ließe sich mit Medikamenten, ohne jedwede Therapie behandeln? Das geht zurück auf den Marketingclue einer Pharmafirma, die, ich glaube es war in den 90er Jahren, Anti-Depressiva auf den Markt brachte mit einem werbewirksam Slogan, der aus einer Depression eine "Erkältung des Herzens" machte.

    Für die Verbraucher war die Gleichung da ganz einfach: Wenn du Kopfschmerzen hast, nimmst du ein Medikament. Wenn du Depressionen hast, genauso. Leider ist das Ganze - wie wir wissen - nicht ganz so einfach. Das Marketing hat die Krankheit hier weitgehend "bagatellisiert". Und was seinerzeit noch nicht bekannt war, ist die Wirkung dieser Anti-Depressiva (bzw. stimmungsaufhellenden Medikamente) auf Jugendliche, bei denen dies wohl vermehrt einen Suizidwunsch aufkeimen ließ, weswegen diese Medikamente in Japan mittlerweile auch nicht mehr an Patienten unter 20 Jahren verschrieben werden dürfen.

    Die Industrie darf nicht vergessen, dass hinter jedem Produkt auch eine Verantwortung steckt. Egal ob Pharma- oder Lebensmittelindustrie, Apple oder IKEA.

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    1. Ja, Lobbyismus ist natürlich scheiße, das ist in jeder Industrie, jedem Land so. In den USA war es das Wirken des Lobbyismus das dazu führte dass Antidepressiva mehr oder minder rezeptfrei bezogen werden konnten, was die Selbstmordrate bei Jugendlichen in die Höhe schnellen ließ. Unter anderem weil es natürlich keine so gute Idee ist, Pillen zu schlucken um seine Probleme zu verarbeiten.
      Da muss man dann aber mMn auch die Politik stärker zur Verantwortung ziehen und sich fragen, warum das keiner verhindert hat (Die Antwort ist natürlich klar: "Geld." Aber ich meine damit, dass eben nicht nur die raffgier der Pharmaindustrie eine Rolle spielt, sondern auch die Bestechlichkeit der Politiker).

      Die Pharmaindustrie hat eine große Verantwortung, eben weil Menschenleben von ihren Produkten abhängig sind (im Gegensatz zu Apple, Strumpfhosenherstellern etc). Und ich glaube das ist auch der Grund warum man so besonders gerne auf diese Industrie herhackt, und klarerweise ist es daher auch umso tragischer wenn dort aus reinem Profit etwas umgesetzte oder gemacht wird. Aber ich finde eben man sollte nicht vergessen dass wahrscheinlich einige von uns ohne simple Medikamente nicht mehr leben würden (Grippe, Infektionen etc.).


      Natürlich muss man kritisch sein.... aber man muss eben mMn das Ganze kritisch hinterfragen - das fängt bei der Werbung an, geht bei Politik weiter und schließlich natürlich bei einem selbst - ob man das jetzt eben wirklich braucht oder nicht.
      Sonst sind die Menschen im Informationszeitalter auch immer sehr skeptisch und kritisieren alles, daher wundert es mich ja so dass so viele offenbar wenn es um Medizin/Pharmazie geht, nicht mitdenken, nachlesen oder nachfragen wollen. Ich meine, wie viele Leute lesen wohl wirklich die Packungsbeilagen? Ich will auch nicht wissen wie viele Leute sich wirklich an vom Arzt vorgeschriebene Dosierungen halten....

      Aber ich gebe dir Recht, versteh mich da nicht falsch. Ich finde Lobbyismus auch scheiße, allerdings nicht nur was die Pharmaindustrie betrifft, daher sehe ich hier das Problem auch bei einer Politik die so etwas ermöglicht und nicht nur bei der Industrie die es ausnützt.

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    2. Auch wenn ich den Lobbyismus in Bezug zur Pharmaindustrie zur Sprache gebracht habe ist, das natürlich mitnichten ein Problem, das man allein der Pharmaindustrie oder sonst einer Industrie anlasten könnte. Die eigentlichen Übeltäter sitzen da meiner Meinung nach, wie du es ja auch schreibst, in der Politik. Einflussnahme ist nur so weit möglich, so weit man sich beeinflussen lässt. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema und führt wohl zu weit weg von deinem eigentlichen Beitrag.

      Dass die Leute unkritisch geworden sind, ist glaube ich ein Fakt, den man so unterschreiben kann. Die Minderheit macht sich überhaupt noch Gedanken darüber, was in ihrem (Fertig-)Essen drin ist, wo ihre Kleidung hergestellt wird, was in ihren Tabletten steckt. Ich persönlich bin eine von der Sorte, die möglichst wenig Medikamente einnimmt. Kopf- und Schmerztabletten nur dann, wenn es nicht mehr aushaltbar ist, um Antibiotikum bin ich bisher glücklicherweise auch herumgekommen, bei der Pille überlege ich schon seit einiger Zeit, ob ich nicht auch Alternativen nutzen kann (was im Verhütungsmittel-rückständigen Japan, wo ich gerade sitze, aber leider gar nicht so einfach ist).

      Jedenfalls... ich denke, die Idee, dass man einfach etwas schluckt, was einem in die Hand gedrückt wurde, und "damit wird es schon werden", sollte von mehr Leuten hinterfragt werden. Genauso, wie sich mehr Leute mit ihrem Essen auseinandersetzen sollten. Oder dem Herstellungsprozess ihrer Kleidung.

      Das Ding ist, mittlerweile sind da so viele Dinge im Argen, dass es schwer bis unmöglich wird, das "große Ganze" als Einzelner zu überschauen. Es sich aber einfach zu machen und sich noch nicht einmal darum zu bemühen, Einsicht zu erhalten, ist der wohl größte Fehler.

      In diesem Sinne: Gute und notwendige Gegendarstellung. Sich die Welt schwarz/weiß zu malen und der medienkonformen Meinung nachzuplappern ist für viele zu einfach geworden.

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  5. Also in der ersten Hälfte deines Textes, wollte ich nur den Kopf schütteln ;)
    ich bin eher ein Mensch,der Tabletten und Co eher kritisch gegenüber steht. Klar freue ich mich, wenn ich bei einer fiesen Grippe Antibiotika bekomme, die mich in einigen Tagen wieder fit macht. Aber solange es geht, versuche ich es zu vermeiden Pillen zu schlucken. Dennoch bin ich dankbar, dass es z.Bsp. Tabletten gegen meine Schilddrüsenunterfunktion gibt.
    Ich würde auch nicht komplett auf die Pharmaindustrie schimpfen. Die Idee, dass sie uns absichtlich krank macht, ist schon etwas abstrus Oo Dennoch glaube ich, dass mit der Angst der Menschen Geld gemacht wird. Das liegt aber vor allem an uns Menschen. Anstatt bei Kopfschmerzen mehr zu trinken, sich kurz auszuruhen und frische Luft zu schnappen (wie frisch sie heutzutage ist, kann man drüber streiten :D) greifen die meistens zur Schmerztablette. und da bin ich absolut deiner Meinung. Die Gesellschaft ist schuld :D Eine große Schuld trifft auch uns Menschen. Oder warum isst man nicht einfach eine handvoll Obst am Tag, schluckt aber haufenweise Vitaminpillen? Ich würde da nicht die Schuld bei denen suchen, die versuchen wirksame Mittel gegen Krankheiten zu finden, sondern bei Managern und Co., die meiner Meinung nach definitiv nur auf Profit aus sind! Werbung und PR vermittelt und das Bild, dass es einfacher ist, ein paar Pillen zu schlucken, anstatt einfach sich ausgewogen zu ernähren, sich viel zu bewegen und hin und wieder sich Auszeiten zu nehmen! Und wenn dann Nebenwirkungen auftreten heißt es, die Pharmaindustrie macht das mit Absicht, damit dann ein weiteres Mittel gegen die Nebenwirkungen her muss.
    Die Menschen werden faul. Hat einer Wall-E gesehen? Wo die Menschen im All wohnen, in ihren fliegenden Stühlen Softdrinks und Fast Food serviert bekommen, alles nur noch über einen Bildschirm sehen, fett und krank werden? Unsere Gesellschaft ist nicht weit davon entfernt....
    ich werde immer noch schief angeschaut, wenn ich die viertel Stunde Fußweg zur Uni laufe.. "wie du läufst noch?" Oo

    Und fangen wir lieber nicht mit der Tabakindustrie an! kennt einer die Werbung von Malboro? "Maybe will never be....blaa"? WTF? oder von einer anderen Marke habe ich letztens eine Werbung gesehen (Anzeige), dass die Zigaretten nur frei von irgendwelchen Stoffen wären...ach? sind sie nun gesund oder was? absoluter Nonsense!! Aber auch hier: niemand zwingt die Menschen, zu rauchen. Das liegt aber auch zum Teil an der Sozialisation. Vieles wird von den Eltern/dem Umfeld mitgegeben.
    Ich könnte noch ewig weiter schimpfen :D

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    1. Es gibt wirklich noch Zigarettenwerbung? o.o Ich hab schon ewig keine mehr gesehen!
      War aber letztens auch ein wenig schockiert als ich mitbekommen habe dass sich eine Gruppe Veganer auf facebook darüber unterhalten haben wie man alles auf "tierversuchsfrei" umstellen kann, eben auch Kosmetik, und unter anderem auch... Zigaretten O_O Irgendwie.... finde ich das schon seltsam, sich für vegane Lebensweise zu entscheiden aber dann aufs Rauchen nicht verzichten können? o.o
      Aber zurück zum Thema, ich sehe das auch so wie du, und nehme Tabletten nur wenn es nicht anders geht. Habe aber auch hier eine gute Ärztin die nicht sofort Antibiotika verschreibt sondern lieber sagt "Schone dich, und wenn es nicht besser wird komm in X Tagen wieder". Meist wird man ja wenn man sich Ruhe gönnt auch von selbst mit Erkrankungen fertig. Ich bin froh so eine Ärztin zu haben :'D Denn irgendwo ist man natürlich immer auf die "Experten" angewiesen, das ist überall so.... aber schlussendlich kann man ja erwarten dass jeder Mensch so weit mitdenkt und sich Gedanken macht dass er zB merkt wenn ein Arzt nicht besonders gut ist, und dann kann man ja den Arzt wechseln. So eben meine Ansicht ^^

      Ich gehe auch sehr viel zu Fuß! Weil ich nur wenig Zeit für "richtigen" Sport habe bin ich froh wenn ich so wenigstens ein bisschen Bewegung mache :3
      Ich hab übrigens mal irgendwo gelesen (zum Thema Vitamintabletten) dass sogar das Salatblatt und die Tomate in einem Hamburger von McDonald's oder dergleichen den Tagesbedarf der meisten Vitamine decken.... ^^"

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  6. das ist ein wirklich guter text. das firmen auf profit aus sind müsste eigentlich wirklich jedem klar sein. dieses ewige schwarz-weiß denken in unserer bevölkerung nervt einfach nur noch. bei allem und jedem sind die industrien schuld, aber der konsument hat immer noch die wahl wenn ihm firma A nicht passt das produkt von firma B zu kaufen.
    ich für meine teile bin froh das es antibiotika & co. gibt, dieses paranoide "die industrie macht uns krank" gefasel nervt einfach nur.

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  7. Für solche Beiträge lohnt sich das Lesen.

    Ein sehr klares und informationsreiches Statement. Man merkt, dass du dir Mühe gemacht hast und dich auskennst.

    Ich kann dir nur zustimmen (mal abgesehen davon, dass ich Verschwörungstheorien sowieso keine Aufmerksamkeit schenke, so viel "Leben" habe ich einfach nicht). Ich habe ein lange und medikamentenreiche Zeit hinter mir und heute geht es mir (bis auf eine erhebliche Anzahl fehlender Haare :D was sind schon Haare) blendend. Ich habe immer jedes Zettelchen gelesen, mich hinreichend informiert und wusste (auch dank kompetentem Arzt), was ich da gegen was schlucke.

    Wem habe ich das zu verdanken? Den vielen Menschen, die jahrelang geforscht haben, um ein Ziel zu erreichen - MEINE Symptome zu mindern oder meine Krankheit zu heilen.
    Und wie kamen sie auf die Idee? Entweder Marktforschung und/oder persönliche Erfahrung.

    Ja und?

    Zur Aussage des Bilds: Die durch die Pharmaindustrie verursache Abhängigkeit von Medikamenten - bzw. auch Drogen.
    Jetzt mal im Ernst: WAS?
    Mal von den Medikamenten abgesehen (ich habe tatsächlich gute 4 Jahre fast täglich Schmerztabletten genommen, shame on me - anstatt den eigentlichen Auslöser selbst ! zu bekämpfen) - mein langjähriger Exfreund war drogenabhängig, Crystal, H, so viel und so billig wie möglich. Ich habe ihn kennengelernt als er "wieder eingegliedert" wurde, d.h. mit betreutem Wohnen und Co. Anfangs steht man dem ganzen Thema kritisch gegenüber, hat Mitleid und ich habe mir wirklich überlegt, WEN ich jetzt für seinen schlechten Zustand verantwortlich machen soll.

    Die Pharmaindustrie, die etwas auf den Markt gebracht hat?
    Derjenige, der einen Wirkstoff "missbraucht" hat, nur weil er den Kick wollte?
    Den Puncher, der das Zeug billig produzieren will und Geld machen will?
    Den Dealer?

    Nun - es hat gedauert - aber heute bin ich der festen Meinung - der Einzige, der an seiner Sucht Schuld war, war er selbst.

    Alles in Allem bringt die Pharmaindustrie meines Erachtens nach den wichtigsten und essentiellen Beitrag zum Leben der heutigen Gesellschaft. Klamotten, Make Up, Essen, Trinken, Partys, Luxus, whatever - alles absoluter Schwachsinn, wenn man es nicht erleben kann.
    Deswegen zahle ich gut und gerne für das Einzige, was mir in meinem Leben am Allerwichtigsten ist - jeden verdammten Augenblick, den ich erleben darf.

    Und wenn mir dafür die Leber abfault - so what?

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    1. Sorry, das war lang. :D
      Hauptaussage: ARRG, besserische unüberlegte Halbwahrheiten nerven!

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    2. Danke, danke, danke - kann mich nicht genug bedanken für deinen tollen, ehrlichen Kommentar! :D

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  8. Ich kann deinen Text so wie er da steht nur unterschreiben, möchte aber gerne noch was ergänzen. In unserer Gesellschaft ist immer die Rede von den supertollen Menschen, die Forschungen anstellen.

    Tierversuche sind da anscheinend ein Tabuthema, was gerne mal ausgeblendet wird.

    Ohne die Tiere, die regelmäßig ihr Leben lassen, wäre es (bis zum heutigen Stand), nicht möglich richtig zu forschen. Ich persönlich bin dankbar dafür, dass Menschen in meinem Umfeld noch leben, weil sie die passenden Medikamente bekommen haben. Sehne aber auch trotzdem den Tag herbei, an dem dafür nicht mehr tausende von Tieren ihr Leben lassen müssen. Ein zweischneidiges Schwert... aber bei einer Herztransplantation wartet man ja auch, dass jemand anderes stirbt und einem so das Leben schenkt. Was ich damit eigentlich nur sagen will ist, dass mir da auf Seiten der Patienten auch ein bisschen die Dankbarkeit und die Achtung vor dem eigenen und fremden Leben fehlt :)

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    1. Ich sehe das wie du. Hinzu kommt, dass ich durch mein Studium ja doch irgendwie "eng" mit der Branche verbunden bin, und zu Tierversuchen daher eine etwas andere Einstellung habe als wahrscheinlich die meisten Menschen. Weil ich nicht nur weiß WAS gemacht wird sondern auch WARUM... und es daher auch nicht fertigbringe zu sagen "Tierversuche müssen abgeschafft werden!" obwohl ich es natürlich absolut befürworte dass an Aternativen gearbeitet wird. Wobei ich auch hier die Pharma- (und auch Kosmetik-) Industrie in Schutz nehmen muss, denn man muss dabei auch bedenken dass Tierversuche teuer, zeitaufwendig und extrem umständlich sind, und wenn sie KÖNNTEN würden all diese KOnzerne schon längst auf Alternativen zurückgreifen. (was zT ja auch schon möglich ist, ich glaube L'Oréal war das, die "künstliche Haut" sogar kommerziell herstellen und an andere Firmen verkaufen für in vitro Tests).
      Respekt vor fremdem Leben fehlt den meisten Menschen, wobei ich da ja sowieso auch eigenen "Zugang" zu dem Thema habe... nicht zuletzt seit ich im Praktikum mit Pflanzen arbeite und an denen forsche, und mir immer wieder nur denke, dass sich manche Menschen auch gar nicht bewusst sind dass Pflanzen AUCH Lebewesen sind...

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  9. Sehr gut geschrieben und endlich klingt bei dem Thema mal fundiertes Fachwissen heraus. In meinem Bekanntenkreis wird auch gerne mal alles, was aus der Pharmaindustrie kommt, verteufelt, das geht dann schon los, dass man Kinderimpfungen am liebsten ablehnen würde (und am Ende doch grummelnd mit dem Kind zum Arzt geht, sicher ist sicher oO)...Ich neige ja auch dazu, Verschwörungstheorien gerne mir anzuhören und Sachen zu hinterfragen, aber viele machen es sich einfach zu leicht, indem sie auf die bösen bösen Konzerne schimpfen und dabei vergessen, wieso heute nur noch so wenige an Kinderlähmung etc pp sterben

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    1. Ohjeohje.... ich denke mir ja auch immer, was die Leute mit sich selber machen ist deren eigene Schuld, aber wenn dann Kinder irgendwo drunter leiden müssen (bei Impfungen eventuell nicht mal die eigenen sondern andere Kinder die zu jung sind zum Impfen und dann von älteren, infizierten Kids angesteckt werden, weil die nicht geimpft wurden).... ich hab auch letztens fast die Krise bekommen als ich gelesen hab wie eine sich über ihren Arzt beschwert hat, der ihrer kleinen Tochter ein Antibiotikum geben wollte gegen Angina, und sie sie stattdessen mit Golbuli behandeln wollte x___x

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